Was wächst denn da? – Die Knoblauchrauke

Vor knapp zwei Wochen habe ich Bärlauch gesammelt. Das allererste Mal! Hier, in der Umgebung, wo mich meine Hunderunden immer herführen, wächst kein Bärlauch. Oder er hat sich bisher erfolgreich vor mir versteckt. Meine liebe Freundin Andrea hat mich dann mit zu ihrer Bärlauch-Sammelstelle genommen. Wirklich unglaublich, wie so ein paar doch unscheinbare Blätter einen Menschen in Verzücken versetzen können 😀  Vielen lieben Dank, Andrea! Die Bärlauch-Butter schmeckt hervorragend!

Ohne den Bärlauch musste ich die letzten Jahre jedoch nicht auf leckere Kräuterbutter mit Knoblaucharoma verzichten. Es gibt da eine Pflanze, welche man ersatzweise dafür nehmen kann. Und dieser Ersatz ist keineswegs schlechter! Es handelt sich hierbei um die Knoblauchrauke.  Sehr oft wächst sie an den Straßenrändern. Vom Aussehen erinnert sie mich ein wenig an eine Brennnessel. Nur dass die Blätter etwas runder und die Ränder nicht so spitz gezahnt sind. Das Grün ist ein wenig heller. Und auch Härchen sucht man auf den Blättern der Knoblauchrauke vergebens. Weder sind dort welche zur Zierde, noch zum brennen. Die Form der Blätter ist ganz jung noch etwas runder.  Erst wenn die Pflanze größer wird, werden die Blätter etwas spitzer in der Form. Beim Pflücken sollte man aber etwas aufpassen, da sie oft direkt neben Brennnesseln wachsen. Da greift man dann leicht rein. 😉 Um zu testen, ob man wirklich die Knoblauchrauke vor sich hat, zerreibt man einfach ein paar Blätter in der Hand. Dann kann man das leichte Knoblaucharoma wahrnehmen, was die Pflanze für uns interessant macht.

Die weißen Blüten sehen wirklich reizend aus. Und so macht die Knoblauchrauke auch in der Vase eine gute Figur.  Ich würde die Vase aber in der Küche stehen lassen, da der Knoblauchduft immer intensiver wird. Länger als einen Tag bleibt der Strauß bei mir aber nicht stehen. Denn dann rupfe ich die Blätter einfach ab, wasche sie, lasse sie eine Runde in der Salatschleuder drehen und mache mich daran, sie zu zerhacken.  Hier sieht man noch einmal genau die Form der Blätter.  Kurz darauf sehen sie dann so aus . Jetzt duftet es sehr intensiv nach Grün und Knoblauch. Und die Kräuter haben nun die perfekte Form um sie über die weiche Butter zu streuen.  Noch etwas Salz und einen Spritzer Zitronensaft dazu, und dann nur noch rühren.  Wer mag, kann die Kräutermischung auch noch etwas mit jungen Gierschblättern oder Sauerampfer verfeinern. Da stehen den Geschmacksknospen viele Möglichkeiten zur Verfügung! Auf die gleiche Weise habe ich auch meine Bärlauchbutter hergestellt. Dann nur noch in passende Töpfchen verteilen,  Deckel drauf, beschriften  und bis zum nächsten Grilleinsatz in den Tiefkühler damit. Auf dem Foto kann man übrigens sehen, wie ich meine Gefrierdosen beschrifte. Dafür nehme ich einfach übrig gebliebenes Malerkrepp. Es ist billig, mit Kugelschreiber zu beschriften, klebt auf den meisten Oberflächen und, wenn man ein Ende etwas umlegt, hat man auch gleich einen Griff zur einfachen Entfernung. Aber wichtig ist immer noch der Inhalt. Und die Kräuterbutter schmeckt einfach sabbermäßig lecker!

Für mehr Informationen über die Knoblauchrauke, welche auch noch sehr gesund ist, mache ich jetzt noch ein bissel Werbung für ein paar Seiten, welche ich für gut befinde.

Das Heilkräuterlexikon  und die Wildpflanzenliebe sind da sehr informativ.

Und nun, husch! Ab in die Natur mit Dir! Es lohnt sich! Bei der Gelegenheit nimm noch ein paar Löwenzahnblüten mit. Der Honig-Vorrat muss aufgefüllt werden 😉

Was wächst denn da? – Das Scharbockskraut

Auf dem Kalender und bei den Meteorologen ist schon lange Frühlingsanfang, jedoch hat sich die Natur bisher nicht an diese Termine gehalten. Es ist Ende März und der Boden ist immer noch gefroren bei uns. Aber so langsam scheint es doch wärmer zu werden. Die Vögel sind jedenfalls schon aufgeregt Nistmaterial am sammeln. Schneeglöckchen und Krokus ziehen sich allmählich zurück. Jetzt kommt die Zeit des ersten Grüns und der Kräuter.

Noch im letzten Jahr war ich sehr niedergeschlagen, als mir klar wurde, dass ich einfach nicht das Auge für die verschiedenen Pflanzen und Kräuter habe. Mir fehlt einfach die Erfahrung und die Schulung. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich kein Fan von Bitterstoffen bin. Und viele Kräuter schmecken halt etwas bitter. Also habe ich beschlossen, dass ich meine von mir genutzten Kräuter eben auf dem Balkon züchte. Dort kann ich sie wenigstens auseinander halten. Und wenn nicht, kommen Schildchen in die Töpfe. 😉

Dann habe ich meine Bilder sortiert und überrascht festgestellt, dass ich doch ein paar Pflanzen kenne. Sogar mehr, als ich gedacht habe. Deswegen mache ich es so, wie ich es früher mit den Pilzen gemacht habe. Das, was ich kenne, lerne ich noch besser kennen, damit ich gut darüber bescheid weiß. Bei dieser Art Studium fallen einem die Kleinigkeiten auf, die die eine Pflanze von der anderen unterscheidet. Und schon lernt man ein weiteres Gewächs kennen. Kann man diese Pflanze nutzen, für die Küche oder Gesundheit, ist sie für mich noch interessanter. Fangen wir also mit einem früh blühenden Kraut an. Dem Scharbockskraut.

Blühendes Scharbockskraut

Scharbock? Was ist das denn? Scharbock ist ein alter Name für Skorbut. Damals, in der „guten, alten Zeit“, als es weder Supermärkte mit ganzjährigem Obst und Gemüseangebot gab, geschweige denn Pillen mit im Labor hergestellten Vitaminen, waren Krankheiten, welche durch Vitaminmangel verursacht wurden, ziemlich häufig. Damals wusste man halt nur nichts von Vitaminen. Da hatte man nach einem lange Winter Lust auf frisches Grün. Und siehe da, nach dem Genuss wurde man munterer, und besonders half es gegen den Scharbock. Auch zur Vorsorge (getrocknet) war es wirksam. Also hatte das Kraut seinen Namen weg. Erst viel später hat man entdeckt, dass Skorbut durch den Mangel an Vitamin C entstand. Und Scharbockskraut enthält viel von dem Vitamin C. Heute wissen wir auch, dass Vitamin C noch bei vielen, vielen anderen Dingen hilft. Und gerade als Frühjahrskur mit frischem Grün ist es ein hervorragendes Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit. Ein paar Blätter von dem Scharbockskraut in den Salat gestreut, geben dem Ganzen da noch die richtige Würze. Nur übertreiben soll man es mit dem Kraut nicht!

Blätter vom Scharbockskraut

Wieso soll man von dem Kraut nicht zu viel essen? Nun, es enthält ein leichtes Alkaloid. In geringen Mengen (eine Handvoll im Salat) schadet jedoch nicht. Jedoch, je älter die Pflanze wird, desto höher wird der Gehalt dieses leichten Giftes. Spätestens wenn das Scharbockskraut blüht, soll man die Blätter nicht mehr essen.

Das war für mich ein Problem. Ohne Blüten habe ich das Scharbockskraut nicht erkannt. Da heißt es, ein Jahr warten um dann die Stelle aufzusuchen, wo man im Vorjahr das Kraut gefunden hat. Falls man nicht vergessen hat, wo das war. Auch durch Sturm umgefallene Bäume verändern hier und da die Landschaft. Heute hatte ich Glück und habe im Unterholz ein paar von diesen Herz- oder Nierenförmigen Blättern erspäht. Für mich sehen sie wie ein glänzend, grünes Pik aus, welches am Stiel eine deutliche Einkerbung besitzt. Ich muss unbedingt daran denken, morgen einen Beutel zum sammeln mitzunehmen.

Kann man das Scharbockskraut mit einer anderen Pflanze verwechseln? Jepp, kann man. Was die Blätter angeht, gibt es da wohl eine sehr seltene Pflanze in Österreich. Das ist weit weg, weswegen ich das hier vernachlässige. Aber die Blüten habe ich schon einmal verwechselt, erst auf dem zweiten Blick bemerkt, dass es sich um etwas anderes handelt. Wenn ich richtig liege, dann muss es sich hier um das Gänsefingerkraut handeln. Die Blüten leuchten auch so schön gelb, nur ist die Form der Blütenblätter ganz anders.

Gänsefingerkraut???

Die Blätter sehen sogar ganz anders aus. Nur, so auf den ersten Blick, wer achtet in so einem Blätterteppich darauf? Ein Zeichen, dass man sich genügend Zeit nehmen sollte! Dann gibt es auch kein Bauchweh. Für mich ist dieses Wissen aber immer wieder interessant. Wer weiß, ob man dieses Wissen nicht einmal braucht? Und wenn es auch noch schmeckt, so heiße ich diese Abwechslung in der Küche herzlich willkommen!

Also bitte ganz genau hinsehen! 

 

Für mehr Informationen habe ich da noch zwei tolle Seiten im Netz gefunden. Zum einen ist da das Heilkräuter-Lexikon. Immer wieder lehrreich, dort reinzugucken. Und dann noch die Seite Wildkräutergarten. Dort findet man auch Rezepte zu den Kräutern. Viel Spaß bei suchen, sammeln und genießen!

Im Pilze-Sammel-Rausch

*Beitrag enthält Werbung durch Verlinkung zu weiterführenden Informationen*  Ich bin im Pilze-Sammel-Rausch. Nach dem letzten, sehr enttäuschenden Jahr, beschenkt uns die Natur in diesem Jahr mit Pilzen aller Art und in rauen Mengen. Im August fing es langsam an. Ein paar auffällige, allerdings mir unbekannte Arten machten den Anfang.

Eine Täublingsart?

Aber man muss ja nicht unbedingt die Namen kennen, um die Schönheit zu bewundern. Und außer fotografieren, ist das bitte das einzige, was man mit unbekannten Pilzen machen sollte. Ich kann es einfach nicht oft genug sagen: Kennst du den Pilz nicht, dann lasse ihn im Wald! Und er muss auch nicht umgetreten oder anderweitig zerstört werden. Zu oft sehe ich zertrampelte Pilze am Wegesrand. Wieso macht man so etwas? Ich werde das nie verstehen. Dabei macht es viel mehr Freude, die unterschiedlichen Formen zu erkunden, bewundern und im Bild festzuhalten.

Weiße Pilzschönheiten im dunklen Forst

Gesammelt habe ich dann aber wieder die mir vertrauten und bevorzugten Arten, über welche ich bereits in meinem Beitrag Pilze sammeln gesprochen habe. Und in diesem Jahr gab es reichlich von meinen Lieblingen zu finden. Jede Menge Hexenröhrlinge waren dabei. Und natürlich die allseits beliebten Maronen. Aber auch die Birkenrotkappe und der Birkenpilz haben sich hier und da gezeigt.

Flockenstieliger Hexenröhrling

Maronen-Röhrling

Birkenrotkappe

 

Birkenpilz im Netzschleier

Zwischendurch hat mir immer mal wieder ein vorwitziger Fliegenpilz ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Junger Fliegenpilz

 

 

 

 

 

Oder ich habe mir mal eine andere Sorte genauer angesehen. So etwas wie den Gold-Röhrling zum Beispiel. Das soll ein sehr schmackhafter Speisepilz sein. Jedoch mag ich die immer schleimige Hutschicht nicht so wirklich. Wegen dem schleimigen Hut, dem Ring am Stiel und dass er nur unter Lärchen zu finden ist, machen ihn zu einem Pilz, welchen man leicht erkennen kann. Für denjenigen, der ihn in seinen Korb legen will, deswegen mal ein paar genauere Bilder.

Goldröhrling mit schleimiger Hutschicht

Goldröhrling mit erkennbarem Ring am Stiel

Röhren des Goldröhrlings

 

 

 

 

 

Neben dem Pfifferling ist der heimliche Favorit jedoch immer noch der Steinpilz.

Ein perfekter Steinpilz

Nicht immer sehen sie so schön und perfekt aus. Meist haben die Exemplare des Herrenpilzes, wie er auch heißt, deutliche Fraßspuren. Aber da kann man drumherum schneiden. 😀

Gesammelte Pilze

Wenn ich genug getrocknet habe, oder der Beutel besonders gut gefüllt ist, landet auch schon mal eine bunte Mischung verschiedenster Pilze mit Zwiebeln und ein paar Eiern in der Pfanne. Schnell, einfach, sättigend und echt lecker!

Zwiebel anbraten, Eier aufschlagen, geschnittene Pilze bereit stellen

Die Pilze zu den Zwiebeln geben, gut salzen, bissel Pfeffer dazu. Eier mit Petersilie und Majoran verklempern

Wenn Pilze und Zwiebel schön braun sind…

 

 

…die Eier dazu kippen, kurz verrühren und stocken lassen, evt. wenden.

Mit Baguette oder Toast genießen. Guten Appetit!

 

 

Nach so einer Mahlzeit hat man dann auch wieder genug Energie für eine neue Sammelrunde. Weil, der Hallimasch ist mittlerweile auch ans Licht gekommen!

Hallimasch

 

 

Wenn man Glück hat, haben sie sich Rückenfreundlich auf einem alten Baumstamm angesiedelt.

Ein Baumstamm voller Hallimasch

 

 

Aber meistens wachsen sie auf der Erde auf und an Baumstümpfen.

Hallimasch auf einem Baumstumpf

Solange genug vorhanden sind, um die Körbe zu füllen, ist alles in Ordnung 🙂

Körbe voller Hallimasch

Wie Hallimasch verarbeitet werden, habe ich hier beschrieben. Mit den Hallimasch ist das Pilzejahr dann auch langsam zu Ende. Natürlich findet sich hier und da immer noch ein besonderes Exemplar. Ob nun essbar, oder einfach nur schön anzusehen, ist fast schon egal. Jedenfalls für mich. Denn an dem Pilz-Rührei habe ich mich doch ein wenig überfuttert 😀  Trotzdem habe ich mich sehr über meine allererste Krause Glucke gefreut!

Krause Glucke mit Handy zum Größenvergleich

Leider war sie schon älter. Deswegen habe ich sie stehen gelassen. Sie soll aber sehr gut schmecken! Beim nächsten Mal habe ich vielleicht mehr Glück. Dann werde ich ein paar Scheiben davon in die Pfanne befördern und probieren.

Sie wachsen übrigens immer unter Kiefern. Bei der Größe sind sie auch gut zu sehen!

 

Hin und wieder macht es ja auch Spaß mal den Kopf zu heben und die Aussicht zu genießen. Weil, es ist Herbst! Die Zeit des bunten Laubes, blauen Himmels und der erdigen Gerüche. Eine Zeit, die viel zu schnell vorbei geht. Hach, ich liebe den Herbst!

Herbstwald

 

Ist der Sommer schon vorbei???

Wann sind die Tage so kurz geworden? Wann habe ich die Heizung angestellt? Wer hat die Blätter am Baum angemalt?

Nun, es ist ja nicht so, dass ich die Zeichen der Zeit nicht sehen würde. Auch das Datum sagt, dass der Herbst angefangen hat. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich erst gestern noch eine Schüssel Erdbeeren auf meinem Balkon gepflückt habe.  Und auch jetzt erfreuen mich die Pflanzen mit wunderschönen, großen Blüten.  Leider werden aus diesen Blüten nur noch selten große, rote Früchte. Kühle Nächte und feuchte Witterung lassen sie meist schneller faulen als reifen. Meine Gurkenpflanze hat im August auch nochmal richtig Gas gegeben.  Aber plötzlich werden die Blätter braun und unansehnlich.  Nun ja, mittlerweile habe ich sowieso mehr Appetit auf etwas deftigeres. Was mich betrifft, ist das immer ein Zeichen dafür, dass die Jahreszeit sich ändert. 😀

In diesem Sommer bin ich viel mit den Hunden gelaufen. Denn das hilft mir, den Kopf frei zu kriegen. Meine Gedanken haben mich in diesem Jahr mehr als sonst beschäftigt. Da brauchte es hin und wieder eine schöne Fernsicht , um das Gedankenkarussel zu stoppen. Und ich finde es immer wieder spannend zu beobachten, was und wie viel Leben um einen herum ist. Manchmal hat man Glück und das entdeckte Tier hält lange genug still, damit ich es fotografieren kann. So wie diese hübsche Eidechse hier.  Einmal war mir eine Ringelnatter behilflich und hat einen Laubfrosch für mich festgehalten, damit ich ihn fotografieren kann. Ohne die Natter hätte ich ihn sicher nicht bemerkt.  Na? Könnt ihr die beiden sehen?  Ohne Blitzlicht sind die Konturen etwas besser. Der Frosch ist anschließen übrigens entkommen. 😉

Auch andere Tiere haben den Naturliebhaber in mir erfreut. Noch vor einigen Jahren war ich dankbar, wenn ich mal EINEN Hasen gesehen habe.  Aber der Bestand hat sich etwas erholt, und so kann man auch mal mehrere Hasen beim abendlichen rumtoben beobachten.  Wenn meist auch nur aus der Ferne, da sie doch sehr aufmerksam sind. Gestresste Rehmütter sind da weniger aufmerksam.  Diese Ricke hier war so vertieft beim äsen, dass sie weder mich noch die Hunde bemerkt hat. Kitze groß ziehen, kostet Kraft. Da muss man jede Gelegenheit zur Nahrungsaufnahme so gut wie möglich nutzen. Irgendwann sind die süßen Kleinen ja groß, dann wird es einfacher. 

Eichhorn  und Blindschleiche  habe ich ebenfalls oft beobachtet. Und, wenn möglich, wurden meine Fotoobjekte genau von den Hunden in Augenschein genommen.  Könnte sich ja um etwas essbares handeln… 😉  Im August hat dann auch noch ein Paar Ringeltauben in der Linde, gegenüber von meinem Balkon, ein Nest gebaut und angefangen zu brüten. Die haben anscheinend auch nicht daran geglaubt, dass der Sommer schon vorbei ist.  Sturm und Regen haben sie getrotzt, sind stur auf dem Nest sitzen geblieben, um dann zwei Küken mit lächerlich großen Schnäbeln in diese Welt zu verhelfen.  Mittlerweile habe ich die Altvögel seit zwei Tagen nicht mehr gesehen. Nach vielem Flauschfederzupfen und Flügelschlagen, hat der Ringeltaubennachwuchs heute die ersten Flugversuche unternommen.  Ich bin gespannt, wann sie den Baum verlassen. Irgendwie sind sie mir ja ans Herz gewachsen. Auch wenn ich nichts gegen Taubenbrüstchen in einer schönen Pilzrahmsoße einzuwenden hätte – *hüstel* – so wird es mir doch sicher fehlen, sie nicht mehr zu beobachten.

Apropos Pilze…. Gibt es davon nicht Unmengen dieses Jahr zu finden? Man hat das Gefühl, die treten ständig in Rudeln auf.  Auch der Holunder scheint einen für das letzte, schlechte Jahr entschädigen zu wollen.  Irgendwie bin ich ständig etwas am sammeln. 

Ja, ok, ich habe es kapiert. Der Sommer ist zu Ende und der Herbst hat angefangen. Zeit, meinen Balkon aufzuräumen und den Gartenstuhl auf den Speicher zu verstauen. Genießen wir noch ein wenig die Zeit der warmen Tage und kühlen Nächte, bevor es ungemütlich wird. Aber dann habe ich auch wieder mehr Zeit zum schreiben. Schließlich gibt es viel zu erzählen! 🙂

 

Wie bereite ich Hallimasch zu?

Letzte Nacht hat es das erste Mal in diesem Jahr geschneit. Viel zu früh. Aber die noch sehr nassen Schneeflocken haben gezeigt, dass die Pilzsaison nun doch vorbei ist. Natürlich findet man hier und da noch einen brauchbaren Pilz, 032 (800x619) aber nur noch mit Glück. Die Saison für Hallimasch ist so schon sehr kurz. Kaum haben sie ihre kleinen Köpfe ins Licht gestreckt 012 (800x654), öffnen sich auch schon ihre Hüte 007 (800x623) , und kurz darauf sind sie auch schon verdorben 029 (533x800). Dabei verlieren sie schon an Geschmack wenn sie ihren Hut wie einen Schirm aufgespannt haben. Wenn man also bei einem Spaziergang die ersten Hallimasch entdeckt, oder jemand auf irgendeiner Plattform Bilder davon postet, oder schlicht der Nachbar darüber erzählt, dann heißt es raus in den Wald! Termine verschieben, sich frei nehmen, Korb und Messer schnappen, damit man noch die wohlschmeckenden Hallimasch mit den geschlossenen Köpfen erwischt 007 (800x525). Ganz geschlossen ist nicht soooo unbedingt wichtig, aber eben nicht zu doll geöffnet. Meist ist man nicht alleine im Wald unterwegs. Denn der Hallimasch hat viele Freunde 001 (800x600).

Hat man sein Körbchen gefüllt 025 (800x716), geht es dann auch mit einem guten Gefühl nach Hause. Die frische Waldluft, der Duft der Pilze (wer hat eigentlich behauptet, der Hallimasch hätte keinen Eigengeruch?), die Herbstbrise und die Bewegung beleben nicht nur die Sinne, sondern sorgen auch für den richtigen Appetit. Zu Hause also erst mal die gesammelten Pilze in ein kühles Salzwasser-Bad werfen 007 (800x673). Das sorgt dafür, dass vorhandene Insekten die Flucht antreten. Nach einer kühlen Dusche unterm Wasserhahn dürfen die Pilze sich dann in einem Topf mit heißem Wasser tummeln. 009 (800x516) 10 Minuten sollten sie darin im sprudelndem Wasser kochen. Wieso? Weil der Hallimasch ein kleiner giftiger Geselle ist. Zum Glück ist der giftige Stoff in dem Pilz empfindlich, was Hitze angeht und zerfällt beim kochen. Anschließend die Hallimasch durch ein Sieb abgießen 010 (800x600) und das Kochwasser weggießen. Jetzt ist der Hallimasch fertig zur Zubereitung.

Meist kommt jetzt eine dieser berühmten Zwischenfragen. Hauptsächlich diese: Muss ich alle Pilze sofort zum Verzehr zubereiten? Weil, meist hat man ja mehr als nur eine Portion gesammelt. Ich kann da beruhigend sagen: Nein, muss man nicht. Im abgekochten Zustand kann man den Hallimasch ganz einfach Portionsweise einfrieren, und dann zubereiten wenn man Lust und Zeit dazu hat. Die dann aufgetauten Pilze kann man dann wie die frisch gekochten behandeln. In diesem Fall erst ein paar Zwiebel in die Pfanne 011 (800x600) und anbraten. Dann die Hallimasch dazu geben und weiter braten 012 (800x631). Ein längerer Koch-, bzw. Bratvorgang sorgt auch dafür, dass Pilze allgemein besser verdaut werden können. Manch ein Pilzliebhaber soll damit ja Probleme haben. Die Ängstlichen beruhigt das zudem, da durch das längere Erhitzen auch wirklich alle Giftstoffe, sollten denn noch welche vorhanden sein, zerstört werden. In der Zwischenzeit kann man auch bequem noch schnell eine Hähnchenbrust in lecker Pfeffer-Rahm-Sößchen zubereiten und die Kroketten in den Ofen schmeißen. Die Pilzpfanne dann noch mit Salz und Pfeffer würzen, und schon ist das opulente Mahl fertig 020 (800x600). Ein wirklich würziger Pilz, dieser Hallimasch!

Von meiner Nachbarin kam übrigens noch eine Idee zur Zubereitung. Sie hat mir gesagt, sie würde erst eine Pfanne mit Zwiebeln anbraten, dann eine Pfanne mit Hallimasch. Anschließen die Zwiebel und die Pilze durch den Fleischwolf drehen. Anschließend mit Salz und Pfeffer würzen und gut vermengen. Die Masse eignet sich als Brotaufstrich oder als Füllung für Blätterteigtaschen, Pasta, oder was einem sonst noch so einfällt. Wer will kann da auch gebratenes Hackfleisch untermischen. Die Masse selber ist nur ein paar Tage haltbar. Also schnell aufbrauchen! Wie gut, dass ich ein paar Portionen Hallimasch im Tiefkühler habe. Das probiere ich sicher mal aus! Und wer die Pilzsaison in diesem Jahr verpasst hat, nun ja, im nächsten Jahr kommt sicher eine neue 🙂

Pilze sammeln

Warnung!! Man kann jeden Pilz essen. Manche aber nur 1x! Also immer die erste und wichtigste Regel beim Pilze sammeln beachten: Bist du dir unsicher, um was für einen Pilz es sich handelt, lass den Pilz im Wald! Meine Angaben mache ich nach bestem Wissen und Gewissen. Jedoch bin ich kein Experte und mache Fehler. Meinen Empfehlungen zu folgen geschieht auf eigene Gefahr!!! Wer Pilze kennen lernen will, dem empfehle ich die Volkshochschule, wo zum Herbst Pilzführungen angeboten werden. UND ein gutes Buch, welches die häufigsten Pilzarten enthält. Wer ganz sicher gehen will, sollte von seinem Pilzgericht eine kleine Portion in einer Dose im Kühlschrank deponieren. Sollten sich gesundheitliche Probleme ergeben, könnte das dem Arzt helfen.

Herbstzeit, Pilzezeit. Na ja, eigentlich beginnt die Zeit der Pilze schon im August. So kann man da den Sommersteinpilz finden. Mir ist er leider noch nicht untergekommen. Geht die Zeit auf September zu, wird jeder Spaziergang immer spannender. Der Blick wandert immer mehr unter die Bäume, den Waldboden absuchend. Auch der Wetterbericht ist wichtig. Pilze brauchen Feuchtigkeit, also ist Regen nötig. Zu nass darf es aber auch nicht werden. Dieses Jahr war es bisher ziemlich ideal. Zuerst einige Regentage, dann schönster Sonnenschein, der einem die Sammelei noch zusätzlich verschönt hat. Und plötzlich waren sie da! 047 (800x600) Die Fruchtkörper, welche wir Pilz nennen. Denn eigentlich lebt der Pilz ja als Wurzelgeflecht unter der Erde. Die Fruchtkörper dienen nur der Weiterverbreitung. Um den Pilz nicht zu beschädigen, werden die Fruchtkörper unten am Stiel abgeschnitten, oder aber man dreht ihn vorsichtig aus dem Boden.

Ende August gab es schon die ersten Pfifferlinge. 031 (800x719) Im September waren sie dann öfter zu finden. Der Pfifferling ist ein sehr angenehmer Pilz. Nicht nur vom Geschmack her, sondern auch weil er so schön fest ist. Selten wird er schmierig. Auch ist der komplette Pilz zu verwenden. In den dickwandigen Lamellen verkriechen sich selten Insekten. Zum säubern reicht meist ein Borstenpinsel aus dem Malerbedarf, oder einem Backpinsel. Der Pfifferling ist an seiner meist unregelmäßigen Hutform zu erkennen. Dann noch an den dicken Lamellen, welche meist unregelmäßig am Stiel auslaufen. Schneidet man den Pfifferling durch, erkennt man eine dunkelgelbe Hautschicht, und hellgelbes  Fleisch. 019 (800x600) Mein Pilzbuch sagt, dass der Pfifferling nicht zum trocknen geeignet ist. Allerdings mache ich genau das mit ihm. Bisher hatte ich da keine Probleme.

Dann gibt es da natürlich den Klassiker, den Steinpilz. 006 (800x487) Der Steinpilz hat einfach die perfekte Pilzform. Der schöne, halbrunde, dunkle Hut, der helle, nach unten keulenhaft geformte Stiel, einfach alles an ihm ist einladend. Die Haut vom Hut ist leicht ablösbar. Der Stiel hat ein Netzförmiges Muster. Die Kolbenform des Stieles versteckt sich häufig in der Erde, oder im Moos. Deswegen vor dem Abschneiden ruhig ein wenig ausgraben. Die Röhren sind erst weiß, dann gelblich. Bei alten Pilzen werden sie grünlicher. In den Röhren verstecken sich oft kleine Insekten, weshalb man sie entfernen sollte. Ansonsten kann man den kompletten Pilz verwenden.

Dem Steinpilz ähnlich ist der Maronenröhrling. 016 (800x604) Die Marone wirkt auf mich irgendwie „schokoladiger“, da die Hutfarbe mich an Vollmilchschokolade erinnert. Vielleicht liegt es aber auch an der samtigen Oberfläche. Im Regen wird diese Haut aber meist glitschig, schmierig. Die Röhren sind gelblich und der Stiel meist hellbraun und hat kein Netzmuster. Bei Druck und an Schnittstellen läuft die Marone bläulich an. Auch hier wieder auf Insekten in den Röhren achten. Zudem wird er gerne von Maden angenommen, was man aber meist erst beim durchschneiden sieht. 027 (800x509)

Interessant finde ich noch den Netzstieligen Hexenröhrling , sowie den Flockenstieligen Hexenröhrling. Beiden gemeinsam ist die rote Farbe, welche einem zuerst am Stiel und dann auch an den Röhren auffällt. Die Zeichnung des Stieles ergibt sich schon aus dem Namen. Ersterer hat eine hellbraun-gelbliche bis orange-scheinende Hutfarbe, der andere eine dunkelbraune, samtige Huthaut. Die Röhrenfarbe beim Netzstieligen ist orange-rötlich, beim Flockenstieligen dunkelorange bis tiefrot. Der Netzstielige Hexenröhrling ist bei Druck und beim Anschneiden schwach blauend. Der Flockenstielige Hexenröhrling läuft beim anschneiden sofort dunkelblau an, woran er auch gut zu erkennen ist. 047 (800x691) Ich weiß noch, als ich meine erste Hexe im Wald gefunden habe, hat mich diese starke Färbung so sehr erschreckt, dass ich ihn stehen gelassen habe. Zuhause im Buch erkannte ich dann meinen Fehler. Ja, ich habe mich geärgert 😀  Dem Hexenröhrling ähnlich ist noch der Rotfußröhrling 041 (800x600), welcher auch einen roten Stiel besitzt. Seine Hutfarbe ist oliv-bräunlich, die Röhren gelblich. Auch dieser ist essbar, soll im Alter aber an Geschmack verlieren. Von einem aufmerksamen Leser wurde ich darauf hingewiesen, dass es sich, wegen dem deutlich sichtbaren Netz auf dem Stiel, vermutlich um einen Schönfußrötling handelt, welcher roh giftig und abgekocht immer noch mindestens ungenießbar ist! Also bitte, wie ganz zu Anfang schon erwähnt, genau aufpassen, oder stehen lassen, wenn Unsicherheiten bestehen. Vielen Dank nochmal für den Hinweis.

Zwei weitere Pilze, die sich sehr ähnlich sind, ist der Birkenpilz und die Schwarzschuppige Rotkappe, oder auch Birkenrotkappe 002 (800x720). Wie der Name schon sagt, sind sie an eine bestimmte Baumart gebunden. Der Birkenpilz wächst also gerne in der Nähe von Birken. Auch sieht sein Stiel ähnlich aus wie eine Birke, weiß mit einer Art schwärzlichen Flockenschicht bedeckt. Die Hutfarbe ist braun, die Röhren weiß bis gräulich. Die Röhren bilden eine dicke Schicht. Auch hier wieder auf Insekten achten, die diese gerne nutzen. Der Stiel wird mit dem Alter immer holziger und zäh. Sein Fleisch läuft beim anschneiden an der Luft schnell braun-schwarz an. Was seinem Geschmack jedoch nicht schadet. Von der roten Hutfarbe einmal abgesehen 010 (800x594), kann man diese Merkmale auch alle auf die Birkenrotkappe übertragen. Auch diese hat einen schwarz-weißen Stiel, aber einen orange-rötlichen Hut. Hat man einen Pilz mit einer roten Hutfarbe, jedoch mit einem weißen Stiel gefunden, sollte man sich die Bäume in der Nähe einmal ansehen. Steht dort eine Pappel, hat man einen der seltenen Espenrotkappen gefunden.

Zuletzt noch ein Pilz, den ich lange Zeit vernachlässigt habe. Und zwar den Hallimasch. 012 (800x654) Dieser ist nicht zu trocknen und sollte vor der eigentlichen Zubereitung erst einmal in Wasser aufgekocht werden, um die Giftstoffe zu entfernen. Das war mir immer zu aufwendig. Bis mir ein lieber Freund erzählte, dass der Hallimasch für ihn der beste Pilz überhaupt ist. Er würde viel würziger schmecken als alle anderen Pilze. Zudem könne man ihn nach dem kochen ja bequem einfrieren. Also habe ich ihn einfach mal probiert. Da der Hallimasch in „Rudeln“ wächst 004 (717x800), hat man schnell eine große Menge zusammen gesammelt. Leicht zu erkennen ist er zudem auch noch, da er diese charakteristischen schwarz-braunen Hutschuppen hat. Nun gut, wenn der Hallimasch sehr hell gefärbt ist, sind diese Schuppen auch heller, aber es ist dann immer noch ein Hallimasch. Am wertvollsten sind dabei die Pilze, deren Hut noch geschlossen ist. Die Stiele sind oft zäh.  Und ja, ich muss gestehen, mit Zwiebeln zusammen gebraten, mit Salz und Pfeffer gewürzt, schmeckt er wirklich sehr lecker! So richtig wie man sich einen Waldpilz im Geschmack vorstellt.

Das war jetzt eine Auswahl meiner bevorzugten Pilzarten. Ich habe sie im Laufe der Jahre kennen gelernt, weiß, welche ich mitnehmen und essen kann. Einigen habe ich meine eigenen Namen gegeben, damit ich sie mir besser merken kann. Und immer noch lerne ich dazu. Es gibt Pilze, die den hier genannten ähnlich sehen. Schnell hat man den falschen in seinen Korb gepackt. Deswegen muss ich noch einmal wiederholen: Vor dem Verzehr genau prüfen, ob man auch den richtigen Pilz hat!!! Bist du dir sicher, dann erhitze jeden Pilz ausreichend. Denn fast alle Pilze sind roh giftig oder unbekömmlich. Je länger ein Pilz erhitzt wird, desto besser kann man ihn auch verdauen. Und nun kann ich eigentlich nur noch guten Appetit wünschen! 🙂

Salat mit Giersch

Darf ich vorstellen: Das ist Giersch.  096 (800x600) Bis vor kurzem wusste ich auch noch nicht, wie Giersch aussieht. Irrtümlicherweise dachte ich, dass ein unscheinbares Pflänzchen, welches sich in meine Blumenkästen eingeschlichen hat, besagter Giersch wäre, aber da lag ich komplett falsch. Nachdem ich öfter Beschwerden von Gärtnern gehört hatte, dass sich der Giersch in ihren Beeten ausbreitet, bin ich irgendwie meiner fälschlichen Annahme erlegen…. Nun, ich lerne aber dazu.

Für viele ist Giersch ein Unkraut. Besonders, da man ihn nur schwer aus seinem Garten oder Beet wieder raus bekommt. Denn er vermehrt sich nicht nur über die Samenbildung, sondern auch über Rhizomen, also unterirdisch wie der Bambus. Da es aber nun keine wirklichen Unkräuter gibt, sondern es ehe Beikräuter sind, haben sich einige Gärtner gedacht „Wenn du den Feind nicht besiegen kannst, dann iss ihn halt auf“. Ein alter Name für Giersch lautet auch „Zipperleinskraut“, was darauf schließen lässt, dass es sogar tatsächlich nützlich ist, ihn zu essen. Ein Tee aus Giersch, egal ob getrocknet oder frisch, soll gegen Rheuma und Gicht helfen. Der frische Saft aus einem zerriebenen Blatt soll den Juckreiz nach Insektenstichen lindern. Und als Salat oder Spinat wird er als Frühjahrs-Entschlackungskur angepriesen. Es gibt einige Möglichkeiten diese Pflanze zu nutzen. Ich habe mich erst mal an einen Salat versucht.

Vor dem Genuss kommt aber erst mal das sammeln. Also zeige ich hier den Giersch nochmal ganz genau. 097 (632x640) Hierbei kann man auch sehen, wieso er manchmal auch Dreiblatt genannt wird. Ob man tatsächlich die richtige Pflanze hat, kann man sehr deutlich an der Stielform erkennen. 099 (640x485) Diese bildet nämlich ein deutliches Dreieck. Für den Salat habe ich mir die jungen Blätter ausgesucht. 102 (640x480) Junge Löwenzahnblätter sollen ja auch schmecken. 104 (640x529) Nebenher noch ein bisschen Wiesenschaumkraut für die Vase gepflückt, 106 (640x623) und vom Rotklee auch noch etwas in den Korb geworfen. 109 (640x480) Das alles sollte einen herzhaft, würzigen Salat ergeben.

Nun muss ich aber etwas zurück rudern. Zu Hause habe ich ein Blatt von dem Giersch gegessen. Er hatte einen leichten, bitteren Geschmack. Nicht sehr kräftig, für meine Geschmacksnerven allerdings nicht so geeignet. Ich höre und lese öfters, dass man sich an die Bitterstoffe in den Wildkräutern erst wieder gewöhnen muss. Anscheinend gehöre ich zu denen, die das Bittere nicht so mögen. Also habe ich den Giersch im Salat reduziert und unter einfachen Eisbergsalat gemischt. 112 (800x728) Es sah immer noch einladend, appetitlich aus! Und weil ich gerade in Probierlaune war, habe ich mir gleich noch eine Süßkartoffel gekocht, da ich diese auch noch nie gekostet hatte. Ein paar Spiegeleier dazu, und fertig war meine Mahlzeit. 114 (800x793)

Resümee: Der Giersch im Salat und ich werden wohl keine echten Freunde werden. Genauso wenig wie der Löwenzahn. Nicht nur der Geschmack ist nicht wirklich meins, auch mag ich es nicht wenn die zarten Blätter im Mund oben am Gaumen kleben bleiben. Ein Gefühl, welches ich als unangenehm empfinde. Was ich mir aber vorstellen könnte, ist, die Blätter sehr klein zu schneiden und in das Salatdressing zu mischen. Das mache ich schon mit anderen Wildkräutern (dazu ein anderes Mal mehr), und der Geschmack des Dressings wird dadurch voller und würziger. So nimmt man vielleicht nicht so viele Kräuter zu sich, aber immerhin ein paar. Zur Süßkartoffel lässt sich noch sagen, dass sie tatsächlich süß ist. Ihr Geschmack erinnert an eine sehr süße Karotte, mit der Konsistenz einer sehr mehligen Kartoffel. Und so hart sie am Anfang ist, so schnell ist sie weich gekocht. Ich könnte sie mir gut als weitere Zutat in einem Möhren-Kartoffel-Eintopf vorstellen. Ich mag es nämlich wenn dieser ein wenig „pampiger“ ist. Vielleicht mag sie auch eine kräftige Bratensoße. Nur zu Salat und Spiegeleiern passt sie, nach meinem Empfinden, nicht wirklich. Aber ich bin satt geworden. Auch wenn ich mir beim sammeln gehörig Appetit geholt habe, so habe ich den Teller nicht leer bekommen.

Nun gut, aus Giersch soll man auch gut Spinat kochen können. Vielleicht ist das ehe mein Geschmack. Das probiere ich dann das nächste Mal aus. So schnell ist das Kraut sicher nicht „alle“  🙂  101 (800x600)

Löwenzahnhonig

*Beitrag kann Werbung enthalten durch Abbilden von verwendeten Produkten*  Am Wochenende, auf der Hunderunde, habe ich ihn gesehen, den ersten Löwenzahn. 003 (800x600)

Bald dauert es dann nun auch nicht mehr, bis die Wiesen wieder weithin gelb leuchten. 001 (800x345) Also schnell mal die Vorräte abchecken, ob ich auch alles Nötige da habe, um leckeren Löwenzahnhonig herstellen zu können!

Obwohl das Rezept (mit diversen kleinen Variationen) sehr oft im Internet zu finden ist, werde ich doch immer noch mit einem seltsamen Gesichtsausdruck angesehen wenn ich erkläre, dass ich meinen Honig selber herstelle. Verwundert wird gefragt, wo ich denn meine Bienen halten würde, und wie ich diese dazu bekomme nur auf Löwenzahn zu fliegen…. So schwer ist es denn doch nicht. Mein Rezept dazu habe ich aus einem Kräuterbuch von Maria Treben, welches zu Hause am Küchentisch auf der Eckbank lag. Der Honig ist wirklich leicht herzustellen und schmeckt mir besser als normaler Bienenhonig. Man nehme:

  • 2-3 Handvoll Löwenzahnblüten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg (Rohr-)Zucker
  • 1 unbehandelte Zitrone, oder Zitronensäure

Die Blüten von noch vorhandenen Stängeln befreien, kurz abspülen (auf Krabbeltierchen achten!) und in einen hohen Topf damit. 003 - Kopie (800x655) Anschließend die Blüten mit einem Liter Wasser übergießen. 005 - Kopie (800x682) Dann die ganze Sache aufkochen, Deckel drauf und über Nacht stehen lassen. 007 (797x800) Am nächsten Morgen sieht das Ganze nicht sehr appetitlich aus. 009 (800x723) Es riecht auch nicht besonders. Aber davon nicht abschrecken lassen, sondern einfach alles durch ein Sieb kippen und die Flüssigkeit auffangen. 010 (776x800) Die Flüssigkeit wieder in den Topf gießen, dann 1 Kg Zucker und den Saft einer halben unbehandelten Zitrone, sowie die abgeriebene Schale zufügen. Da ich keine Zitrone zur Verfügung hatte, habe ich mir mit Zitronensäure geholfen. Bitte nur vorsichtig dosieren, damit es am Ende nicht zu sauer wird! Dann lieber später noch etwas „nachwürzen“. 011 (800x532) Nun alles zusammen einmal aufkochen, um den Zucker aufzulösen, dann den Herd runter regeln und bei kleiner Flamme gaaaaanz langsam einkochen und dadurch reduzieren. Nun dauert es auch nicht mehr lange, und der unangenehme Geruch verschwindet und macht einem leichten Honigduft Platz. 022 (800x657) Das einkochen kann durchaus ein paar Stunden dauern. Es schadet aber nicht wenn man zwischendurch den Herd ausmacht und alles abkühlen lässt, weil man einkaufen, arbeiten oder sonstige Dinge erledigen muss. So kann man auch gleich kontrollieren, ob der Honig schon dickflüssig genug ist. Ansonsten einfach zwischendurch ein paar Tropfen auf einen Teller geben, abkühlen lassen und probieren. 023 (800x720) Ein guter Test ist es auch, zu prüfen, ob ein Tropen am Finger hängen bleibt. 025 (800x521) Jetzt noch probieren, ob genug Zitrone drin ist. Ist man mit dem Geschmack zufrieden, kann man den Honig abfüllen. Dafür ein paar Marmeladengläser vorher mit kochendem Wasser ausspülen, 026 (800x548) diese dann auf ein nasses und kaltes Tuch stellen (das verhindert, dass die Gläser beim befüllen platzen) und den Honig einfüllen. 029 (800x762) Dann nur noch Deckel drauf, leicht schütteln und warten bis es abgekühlt ist. Marmelade stellt man ja normal auf den Kopf nach dem befüllen. Da der Honig in heißem Zustand aber sehr dünnflüssig ist, schüttel ich die Gläser nur. Dadurch werden die Deckel abgedichtet und der Inhalt haltbarer. Vorsicht bitte, dabei kann sich ein wenig heiße Flüssigkeit am Schraubverschluss nach außen drücken, was verbrühte Finger zur Folge hat. Sind die Gläser abgekühlt, kann man sie von eventuell vorhandenen Resten (ich klecker eigentlich immer) abspülen und beschriften. Dem Genuss steht nun auch nichts mehr im Wege! 030 (800x532)

Noch ein paar kleine Tipps zum Schluss. Immer nur die angegebene Menge zubereiten. Je mehr Flüssigkeit im Topf ist, desto länger dauert der Vorgang des einkochens. Aber je länger der Honig gekocht wird, desto dunkler wird er. Erst kommt dann der Karamellgeschmack immer mehr durch, und am Ende wird es bitter. Also lieber öfter eine kleine Menge zubereiten. Und, der Honig bleibt doch sehr flüssig. Öffnet man jedoch ein Glas und verwahrt es im Kühlschrank, dann kristalliert der Honig. Das heißt, er wird erst fester, dann richtig hart. Ist er zu hart, kann man durch erwärmen im Wasserbad die Masse wieder flüssiger machen. Aber meist ist das Glas leer bevor das passiert. Ich verwende den Löwenzahnhonig übrigens genau wie Bienenhonig. Also nicht nur auf Brot, sondern auch zum süßen von Tee oder Smoothies, oder zum backen. Löwenzahnhonig soll übrigens den Stoffwechsel anregen.

Viel Vergnügen beim Nachmachen!