365 Tage ohne meets Frau Maier – Moderne Stilberatung

Ja, es ist wahr. Über die 365 Tage ohne-Challenge wird geredet. In diesem Fall wurde ich sogar um ein Interview gebeten! Für mich eine richtige Premiere. Umso aufgeregter habe ich der Veröffentlichung entgegen gefiebert. Aber von Anfang an…

Wie du vielleicht mitbekommen hast, schwärme ich in der letzten Zeit von Frau Maier – Moderne Stilberatung. Besonders geflasht hat mich die 5-Tage-Stilmission. (Davon soll es übrigens eine Wiederholung geben. 😉 ) Es waren aufregende Tage! Dabei ist mir aufgefallen, mit was für einem eingeschränkten Blick wir in den Spiegel schauen, oder in den Kleiderschrank greifen. Da laufen wir nicht nur mit Scheuklappen rum, sondern auch noch mit einem dicken Balken vor den Augen. Und sollten wir tatsächlich etwas sehen, dann garantiert nur das, was wir NICHT gut an uns finden. Auch die Phantasie, mit der wir unsere Kleidung zusammenstellen, leidet unter der Gleichförmigkeit des Alltags. Und da mein Kleiderschrank ja immer noch nicht so gefüllt ist, wie ich es gerne hätte, kam dieser Anstoß genau richtig. Damit es aber nicht nur ein Anstoß bleibt, muss man dran bleiben. Seinen Stil, seine eigene, ganz persönliche Kleidermischung finden, ist ein Prozess. Und wie beim Sport ist es hilfreich, wenn man einen guten Trainer an der Seite hat. Denn genaugenommen ist es ein Training. Es dauert, bis man den Blick für „das Richtige“ hat. Deswegen war ich überglücklich, dass ich jetzt auch noch die Gelegenheit bekommen habe, beim 8-Wochen Stilkurs mitzumachen. Das ist übrigens der Grund, wieso ich im Moment etwas ruhiger hier bin.

Da die Katharina, Frau Maier, auch noch eine absolut herzliche, liebe und mitreißende Person ist, fällt es leicht mit ihr ins Gespräch zu kommen. Auch wenn diese Gespräche bisher nur virtuell abgelaufen sind. Als ich dann eines Tages ein Posting auf Facebook von ihr kommentierte und dabei die 365-Tage-Challenge erwähnte, kam von ihr spontan die Frage, ob ich dazu nicht etwas schreiben möchte. Klar schreibe ich gerne! Ich meine, du kennst mich. Eines der wichtigsten Dinge, die ich in der Schule gelernt habe, ist das schreiben mit 10-Fingern. Damit bin ich fast so schnell wie mit meinem Mundwerk. Aber dass das dann auch noch bei einer so großen Seite veröffentlicht werden soll, hat doch Herzklopfen verursacht. Und jetzt ist es endlich soweit! Ich bin sehr gespannt, wie es dir gefällt! 😀

Wie 365 Tage OHNE selbstsicher und stolz machen  (<- drauf klicken)

Und während ich nun auf ein Feedback von Dir warte, schneide ich noch ein bisschen Stoff zu. Am liebsten würde ich jetzt ständig an der Nähmaschine sitzen. Wieso? Weil ich ganz langsam weiß, was ich (an Kleidung) haben will. Ich habe Lust auf Experimente. Lust auf mehr als nur das Notwendige. Trotzdem konzentriere ich mich jetzt erst mal auf die Basisgarderobe, selbst wenn es mir schwer fällt. Und was braucht man bei diesen Temperaturen? Genau. T-Shirts. Nicht mehr lange, und ich kann endlich die letzten Reste der gekauften Kompromisse aus dem Schrank entsorgen. Dann liegen und hängen da nämlich nur noch die echten Wohlfühl-Teile! 

Und zum Abschluss habe ich noch das Fazit der Challenge von PiexSu. Kristin hat die Challenge ja ins Leben gerufen. Für sie und auch für viele andere Teilnehmer der Challenge ist es mittlerweile ziemlich normal geworden, die benötigte Kleidung zu nähen. Und selbst die, die nicht so ganz durchgehalten haben, gehen bewusster einkaufen. Und das ist doch ein Erfolg, oder?

Bewusst (Stoff) einkaufen ist auch für die liebe Bettina von Tina’s bunte Welt normal geworden. Genau wie jetzt ich, hat sie den Kurs bei Frau Maier schon besucht. Und es ist absolut genial zu beobachten, wie sehr sich ihr Kleidungsstil seitdem wandelt. Sie strahlt ohne dabei lachen zu müssen. Einfach nur, weil sie jetzt Farben wählt, die einfach zu ihr als Persönlichkeit passen. Zudem ist sie eine Meisterin an der Nadel. Es lohnt sich wirklich, mal bei ihr vorbei zu schauen!

365 Tage ohne…

Oder: Wie ich meine Welt verändere. Na, verwirrt? 😀  Dann will ich mal ein bissel Klarheit in die Sache bringen. 12961352_985355284847340_7100870693055251926_o

In einer facebook-Gruppe bin ich letzte Woche über einen Aufruf von Kristin von PiexSu gestolpert. Ein Aufruf zu einer Challenge. Ziel dieser Challenge ist es 365 Tage keine Klamotten zu kaufen. Statt dessen soll die Kleidung genäht werden. Wieso sie diese Challenge gestartet hat, erklärt sie wunderbar auf ihrer Seite. Dort ist auch dieses Video zu sehen, für die, die nicht so gerne lesen. Wer mitmachen will, für den gibt es eine kleine fb-Gruppe. Dort kann nicht nur gequatscht werden, man bekommt auch Hilfe und Unterstützung. Zudem gibt es auch schon Unterstützer, welche den Gruppenmitgliedern Rabatt in ihren Shops anbieten. Gerade jetzt läuft auch ein kleines Gewinnspiel. Natürlich werden dort in der Gruppe auch alle offenen Fragen beantwortet. Der Start der Challenge ist heute, Montag, der 18.04.2016. Jeden Montag bis nächstes Jahr wird über die Fortschritte geredet, genähte Kleidung gezeigt und über die Erfahrungen berichtet.

Wie verändere ich damit aber meine kleine Welt? Nun, wer selber näht und handarbeitet, kommt irgendwann nicht darum herum über gewisse Dinge nachzudenken. Darüber, dass in einer Welt mit endlichen Ressourcen kein unendliches Wachstum möglich ist. Konsum scheint der Antrieb unserer Wirtschaft zu sein. Um die Menschen zum kaufen zu bewegen, werden die Sachen immer billiger. Damit die Umsätze der Unternehmen aber weiter wachsen können, wird woanders gespart. Bei den Menschen. Die Arbeiter werden immer weiter ausgebeutet. Und wenn das hier bei uns nicht möglich ist, geht man dahin, wo die Menschen noch mehr ausgenutzt werden können. In Sachen Kleidung ist das z.B. in Bangladesch oder China der Fall. Leider nutzt es auch nicht unbedingt wenn man nur noch Markenkleidung kauft, statt in einen Klamottendiscounter zu gehen. Denn sehr oft werden die Teile in der gleichen Fabrik, unter den gleichen Bedingungen hergestellt. Und die kleine Näherin hat davon nicht mehr in der Börse. Trotz allem kann unser Konsumverhalten ein wenig ändern. Wer selber näht, häkelt oder strickt achtet nach einiger Zeit immer bewusster auf die Herkunft und die Qualität der Materialien. Und wenn immer mehr anfangen, darauf zu achten, deswegen nicht mehr kaufen, sondern selber machen, oder bewusster einkaufen, ändert sich vielleicht auch irgendwann der Umgang mit den Menschen und der schönen blauen Kugel, auf der wir leben. Anfangen können wir nur vor unserer Haustür, bei uns selber. Eben in unserer kleinen Welt. Im kleinen anfangen etwas zu ändern, unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten nutzen, soweit es uns möglich ist. Deswegen finde ich die Idee der Challenge einfach gut.

Zusätzlich ist es ein ganz toller Anreiz für mich persönlich. Will ich doch schon lange mehr für mich selber nähen. Ich träume von Kleidung die mir wirklich passt, die individuell ist, in der ich mich wohl fühle. Diese finde ich aber nur selten in den Geschäften. Natürlich gibt es für mich Grenzen. Zu den von Kristin aufgeführten Ausnahmen, zähle ich z.B. noch Jeanshosen. Überhaupt finde ich Hosen nicht einfach zu nähen. Diese werde ich wohl weiter kaufen. Aber ich werde mich auch an das Thema ran tasten. Wer weiß, vielleicht lerne ich ja noch was? Zuerst aber hätte ich gerne ein paar neue Shirts. Und der Rock vom letzten Jahr soll auch nicht alleine bleiben. Vermutlich werde ich es nicht schaffen, jeden Montag etwas zu berichten, aber ich werde mich anstrengen, dass ich so oft wie möglich zu der Challenge etwas beizutragen habe. Dann freue ich mich jetzt auf ein interessantes Jahr!