Frühling! Schöne Zeit – stressige Zeit

Nachdem der Frühling die letzten Jahre eigentlich immer zu früh dran war, hatte man dieses Jahr das Gefühl, es würde ewig dauern, bis die Tage endlich wärmer und heller werden. Und auch jetzt, nachdem der April mehr als halb rum ist, gibt es nachts immer noch knackigen Frost. Aber Nachtfrost bedeutet auch, dass die Nächte klar sind. Und das wiederum heißt, dass am Tag „dat Sönnche“ scheint. Kaum sind die Temperaturen tagsüber über die 10°-Marke geklettert, wurde es auch langsam immer grüner in der Natur.

Nach den Schneeglöckchen und den Krokussen, leuchtet gelb der Huflattich im Wald. 012 (800x677) Ich liebe seinen zarten Duft und streichle mir gerne mit den Blüten über das Gesicht. Regelmäßig vergesse ich dabei, dass der Blütenstaub dabei kleben bleibt, und mir gelbes Rouge auf die Wangen legt…. Der Huflattich ist übrigens eine Heilpflanze. Er hilft bei allem, was die Atemwege betrifft. Ist aber auch gut für die Verdauung und bei Hautproblemen. Was auch gelb leuchtet, ist das Scharbockskraut. 029 (800x742) Wie immer, erkenne ich es erst wenn es blüht. Vor der Blüte ist es eine Pflanze mit einem sehr hohen Vitamin C-Gehalt. Seeleute nahmen es früher mit auf die Reise, da die Pflanze gegen Skorbut geholfen hat. Wenn die Pflanze jedoch blüht, sollte man die Finger davon lassen. Dann wird sie nämlich leicht giftig. Dieses Jahr wollte ich es dann nochmal mit Giersch probieren. Im letzten Jahr habe ich mir ja damit einen Salat zubereitet, und war nicht sehr begeistert. Er war mir zu bitter. Bei der Hunderunde sah ich dann die winzig kleinen Gierschpflänzchen aus der Erde kommen. Eine Kostprobe zeigte mir, dass er ,so klein, einen leicht nussigen Geschmack hat. Bis ich dann aber Zeit frei geschaufelt hatte, um sammeln zu gehen, war er schon wieder viel zu groß geworden. 007 (800x516) Die Zeit rennt im Frühling einfach immer schneller. Schlagartig gibt es so viel zu tun, dass man kaum weiß, wo man anfangen soll. Beim Frühjahrsputz bin ich im letzten Jahr nach einem Plan vorgegangen. Und die habe ich auch brav bis zum Ende abgearbeitet. 110 (800x576) Dumm nur, dass dieses Jahr schon wieder alles dreckig ist. Aber nun habe ich ja Übung. Die Blumensamen wollen auch in die Erde. Da bin ich auch ein wenig spät dran, aber auf dem Balkon startet man ja eh nicht so früh. Dieses Jahr habe ich auch nicht so viel Gemüse gesät. Die Erfahrung zeigte mir, dass auf meinem Balkon nicht alles wächst, was ich gerne ernten würde. Und dann ist der Aufwand meist so groß, dass es sich einfach nicht lohnt. Aber Salat, Tomaten, Bohnen, Radieschen, Erdbeeren und ein paar Kräuter werden auch dieses Jahr meinen Speiseplan erweitern. Im Wald wächst gerade nicht sehr viel, was mir schmeckt. Ich freue mich schon auf die Knoblauchrauke. 010 (491x800) Die wächst jetzt schon überall und bleibt dann auch eine Weile. Da pflücke ich mir meist 3-4 Stängel, stelle sie zu Hause ins Wasser und schnibbel die Blätter bei Bedarf in den Salat. Kräuterbutter könnte ich damit auch mal machen. Den ersten Löwenzahn habe ich auch bereits gesehen. 003 (732x800) Bald ist es also Zeit Löwenzahnhonig zuzubereiten! Sind genug Gläser im Haus? Zucker? Zitrone? Das Rezept habe ich letztes Jahr beschrieben. Diesmal werde ich keinen für andere herstellen. Also ran! Hübsch selber machen. Es ist wirklich nicht schwer. Vogelmiere mag ich auch sehr gerne. Sie ist ein sogenanntes Unkraut und wächst an vielen Stellen im Wald. Hier leider fast nur in der Nähe der Waldwege, und damit in der Nähe der Hunde. Aber im Gartencenter habe ich Samen davon gefunden. Diese streue ich hier und da mit in die Kübel. 064 (800x600) Dann kann ich mir sicher sein, dass da kein Hundepipi drauf ist. Die schmeckt wirklich lecker.

Meine Tage sind ausgefüllt. Im Kopf schwirren die Aufgaben durcheinander. Die Winterschuhe muss ich einfetten. Der Regenhut muss imprägniert werden. Das Auto will ich noch waschen. Ein paar Schnittmuster muss ich noch kleben. Will ich doch ein Jahr keine Kleidung mehr kaufen…  Oft fange ich mehrere Sachen gleichzeitig an, fabriziere erst mal mehr Chaos als Ordnung, aber der Wintermief verschwindet immer mehr aus der Wohnung. Die Freude, wenn die ersten Pflänzchen aus den Anzuchtschalen klettern, ist immer groß. Und wenn die Hektik oder die Anstrengung (ich sag nur: Balkon, Steinfliesen schrubben) zu groß wird, hilft eine Runde mit den Hunden durch den Wald. Das Zwitschern der Vögel, Beobachtungen von Rehen 002 (800x600) und Eichhörnchen und der immer kräftigere Duft der von der Sonne erwärmten Erde sind Balsam für die Seele. Die zart grün behauchten Äste der Buchen, die, lichtgrünen Wolken gleich, zwischen den Bäumen zu schweben scheinen, wirken erheiternd. 006 (789x800) Und wenn einen dann noch aus dem leuchtend blauem Himmel ein Sonnenstrahl trifft, dann ist der Stress erst mal vergessen. Dann ist es wieder eine schöne Zeit. 🙂

Womit fange ich an??

Die Idee, mein Leben, oder Teile davon zu ändern, war ja nun eine ziemlich schnelle Entscheidung gewesen. Nur wenn ich mich so umsehe, dann weiß ich nicht, was ich zuerst machen soll. Einfach in einer Ecke anfangen. Klar. Aber in welcher? Was ist am wichtigsten? Oder was ist praktischer?

Die Natur hat mir mal wieder den richtigen Rat gegeben. Diese Woche erst ist Sturmtief Niklas über Deutschland hinweg gezogen. Natürlich ist ein Sturm, und die damit einhergehende Zerstörung nicht schön, aber in der Natur doch notwendig. Denn es wird dabei aufgeräumt. Lose und tote Äste werden aus den Bäumen gefegt, umgestürzte Bäume schaffen freie Flächen, was Licht und Platz für neue Pflanzen bedeutet. Sturmschäden

Ein Sturm ist also wie ein Frühjahrsputz. Was der kann, kann ich auch. Zum einen passt es zur Jahreszeit. Zum anderen verschwindet der Wintermief aus der Bude. Und obendrein gewinne ich einen Überblick über meinen Besitz. Schließlich hat sich über viele Jahre einiges an Kram angesammelt. Was davon benutze ich? Was hat ideellen Wert? Ist es praktisch nutzbar? Brauche ich es wirklich? Falls nicht, ist es wertvoll? Kann ich es eventuell verkaufen? Was muss ersetzt werden? Das wird wohl mehr, als nur ein einfacher Frühjahrsputz werden. Aber das ist gut. Es wird nicht nur eine Reinigung im Außen, sondern auch ein Ordnen im Innern. Letzteres wird sich wohl über das Jahr hin ziehen.

Nachdem die ersten lauen Frühlingsdüfte mich zum aussäen einiger Pflanzen angeregt hat Anzucht , steht als erstes die Balkonreinigung auf der Liste. Und dann? Das weiß ich noch nicht. Also ziehe ich mich jetzt in die Ruhe der Feiertage zurück und arbeite diese Liste aus. Ich muss ja was zu berichten haben!