365 Tage ohne – Woche 5 + 6 im Kaufrausch

Wie war das? Kaufrausch? Sollte nicht ein ganzes Jahr lang nichts gekauft werden? Nun, gar nichts geht ja nicht. Zum nähen braucht es Stoff! Und den bekommt man nicht nur im Laden oder im Internet. Mein persönliches Highlight ist immer der Holländische Stoffmarkt. 025 (800x444) Dieser tourt durch Deutschland und ist an zwei Terminen im Jahr in relativer Reichweite. Eben weil man nicht ‚mal eben‘ dort hin fahren kann, erfordert ein Besuch eine gewisse Planung. Schließlich will man so effektiv einkaufen, wie eben möglich. Für mich bedeutet das, dass ich meine Schnittmuster sichte. Was habe ich da? Was will ich nähen? Was ist eine sinnvolle Füllung für meinen Kleiderschrank? Dann geht es an die Feinheiten. Welche Stoffart benötige ich für welchen Schnitt? Wie viel Stoff ist notwendig? Weil, nichts ist ärgerlicher, als zu Hause festzustellen, dass einem 20 oder 30 cm Stoffmenge fehlen. Und sind diverse Zutaten nötig? Reißverschlüsse? Knöpfe? Einlagen? Mein Hauptaugenmerk lag dieses Mal auf Jersey für T-Shirts. Daraus lassen sich auch leichte Sommerkleider und Röcke nähen. Und ein paar Schlaf-Shirts wären auch fällig. Diese Informationen notiere ich in einem kleinen Spiralbüchlein, welches mich schon ein paar Jahre begleitet. 007 (753x800)

Sehe ich einen schönen Stoff, der mir gefällt und auch preislich entgegenkommt, kann ich nachsehen, wie viel ich für das eine oder andere Projekt mindestens benötige. Oder ich habe den Stoff zu Hause und brauche noch passende Knöpfe. Dann klebe ich kleine Stoffmuster ein und kann die nötigen Zutaten passend besorgen. 008 (800x590) Manchmal lassen sich Materiallisten auch ausdrucken. Diese einzukleben, ist natürlich am bequemsten. 009 (800x551) Das hat mir in der Vergangenheit immer sehr geholfen. Nur für die Zukunft werde ich wohl auf ein kleines Ringbuch, so ein Filofax umsteigen. Ich denke, das ist übersichtlicher. Aber diese Grundidee kann ich nur jedem ans Herz legen. Eine Seite darin ist auch immer für Zutaten reserviert. Geht eine Farbe beim Nähgarn zur Neige? Eintragen. Die häufig genutzte Vlieseline wird knapp? Eintragen. Wie ein Einkaufszettel. So sind die Vorräte immer gefüllt. Zwischendurch arbeite ich noch an einem anderen Projekt. Ich hoffe, Jule freut sich darüber.  😉  001 (800x379)  Aber gestern war es dann endlich soweit. Auf zum Stoffmarkt! Wegen der Unwetterwarnungen bestand noch die Möglichkeit, dass die Veranstalter den Markt kurzfristig absagen. Das Glück stand aber auf meiner Seite. Nicht nur, dass das Wetter klasse war, ich habe sogar in unmittelbarer Nähe einen Parkplatz ergattert. So konnte ich den Schwung Jersey-Coupons zwischendurch ins Auto bringen, und musste mich nicht damit abschleppen. Danach war auch Zeit zum gucken, Stoffe streicheln und Phantasie beflügeln. 026 (800x600) Patchworkstoffe standen diesmal leider nicht auf meiner Liste. Aber man kann ja schon mal gucken und überlegen. Welches Stöffchen würde denn irgendwann gerne bei mir einziehen? 027 (600x800) Am Bernina-Stand wurden ebenfalls Begehrlichkeiten geweckt. Die Dame dort am Stand hat geduldig alle Fragen beantwortet und die Qualität der Maschinen vorgeführt. 028 (800x660) So ganz nebenbei habe ich dann beschlossen, dass ich eine Spardose für solch ein Luxusmodell aufstelle. Sobald ich genug für einen neuen Wohnzimmerteppich zusammen habe, wird dafür gespart. 030 (800x600) Vor lauter gucken habe ich dann vergessen eine Loskarte auszufüllen. Auf jedem Stoffmarkt wird so ein Teil nämlich verlost. Wäre eine günstige Alternative, ein Gerät zu gewinnen, statt zu bezahlen…. 😉 Beim Stände abklappern sind dann noch ein paar Stöffchen in meine Tasche gewandert. 031 (800x600) Bei den Dekostoffen bin ich stark geblieben. Am Ende musste ich dann aufhören, da mein Geld alle war. Ob es daran gelegen hat? 033 (783x800) Bestimmt. Ich kann doch nicht schon bei einem einzigen Besuch mein Jahresbudget für Stoff ausgegeben haben? Oder was meint ihr? 036 (800x564)

Ich werde mich dann für die nächsten Wochen ins Nähzimmer einschließen. Sonst bekomme ich diese Menge nie verarbeitet! Aber ich hatte riesigen Spaß! Sogar eine Dame aus einer Nähgruppe von Facebook habe ich getroffen! Der Kaufrausch ist zwar ein wenig außer Kontrolle geraten, aber es war ein richtig, richtig schöner Tag. Bis zum nächsten Mal! 021 (578x800) #365tageohne

Hier noch ein paar Links zum Wochen-Update:

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Tina’s bunte Welt

 

365 Tage ohne – Die erste Woche

Vor einigen Jahren hatte ich einen Freund. Er war Holländer und wollte mich, obwohl wir noch nicht so lange zusammen waren, unbedingt zu sich nach Holland holen. Während wir also darüber sprachen, Pläne machten, Platz in seinem Haus schafften, eine Sprachschule besuchten usw., fiel folgender Satz: „Wenn du hier erst mal eine richtige Arbeit hast und Geld verdienst, musst du auch nicht mehr so viel nähen.“ Nach diesem Satz gab es erst mal einen kleinen Streit. Zum einen war ich natürlich entrüstet, dass er meine Arbeit als Verkäuferin beim Discounter nicht als richtige Arbeit ansah. Und dann war ich darüber entsetzt, dass er mich für „ärmlich“ hielt. Vom fehlenden Verständnis dafür, dass ich gerne kreativ tätig bin, mal ganz abgesehen. Aber wie viele denken ebenso über das Selbermachen? Spart selber nähen Geld? Diese Frage ging mir in dieser ersten Woche der 365-Tage-ohne Challenge durch den Kopf. (Weswegen ich mich wohl auch an dieses Gespräch erinnerte.) Und, lohnt es sich, seine Kleidung selber zu nähen?

Viel Zeit hatte ich in dieser Woche nicht. Da kam es mir ganz gelegen, dass ich hier noch ein zugeschnittenes T-Shirt lag, welches ich noch zusammennähen musste. Ein Kimono Tee von Maria Denmark. Den Schnitt bekommt man kostenlos wenn man sich dort zum Newsletter einträgt. Ein schlichtes Shirt, für Anfänger geeignet. Den Stoff hatte ich vom Holländischen Stoffmarkt. Es war ein sogenannter Coupon, ein abgemessenes und geschnittenes Stück Stoff. Nimmt man zwei Stücke, kostet das einzelne 5 Euronen. Hier hatte ich zumindest schon mal gespart. Allerdings bleibt die Herstellung des Stoffes im dunkeln. Das Shirt war für mich auch wieder eine Gelegenheit an der Overlock zu üben. Prompt ist mir dann auch ein Faden wo raus gesprungen. Nix ging mehr. Es hat etwas gedauert, bis ich wieder alles am richtigen Platz hatte. 016 (800x761) Ohne Brille und Taschenlampe ging da nichts. Aber wenn sie dann läuft, 018 (800x655) dann schnurrt sie lautstark und näht ratzfatz alle Teile zusammen.  Auch versäubern ist einfach mit der Ovi. 024 (800x494) Das sieht einfach viel ordentlicher aus. Zum absteppen geht es dann an die normale Haushaltsnähmaschine. 026 (795x800) Dieser eine Zierstich hat es mir gerade angetan. 028 (800x600) Dehnbar, und wegen seiner Form fällt es nicht so auf wenn die Naht etwas schief gerät. Mit Jersey muss ich mich nämlich auch noch anfreunden. Aber nun kann ich stolz mein erstes Kleidungsstück zur 365-Tage-ohne Challenge präsentieren. 031 (672x800) Beim nächsten Mal würde ich nur den Halsausschnitt etwas verkleinern. Der ist mir etwas zu weit. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit meinem Werk!

Hat sich die Arbeit nun gerechnet? Ich hatte zwei Nähmaschinen in Gebrauch. Wenigstens eine Haushaltsnähmaschine ist zum nähen notwendig und muss erst mal bezahlt werden. Der Stoff war diesmal ein Schnäppchen. Normal kostet ein Meter qualitativ guter Jersey zwischen 10 und 20 Euro. Dann braucht es noch Nähmaschinennadeln, Nähgarn, Stecknadeln und Schneiderschere. Das Schnittmuster hat nichts gekostet. Knöpfe oder Reißverschluss brauchte ich auch nicht. Kleinigkeiten, die gerne ins Geld gehen. Dazu noch die Arbeitszeit. Der Stoff wurde vorgewaschen und gebügelt. Unterm Strich ist also ein Shirt vom Grabbeltisch im Discounter deutlich günstiger. Dafür läuft nicht jeder zweite mit diesem Shirt durch die Gegend. Qualitativ ist es auch besser, wodurch es länger halten wird. Dann bin ich stolz auf mich. Die Befriedigung, etwas mit seinen eigenen Händen zu schaffen, tut gut und es gibt Selbstvertrauen. Dann schärft es den Blick dafür, was einem gefällt. Statt x Schrankleichen, hat man am Ende ausgewählte Kleidungsstücke im Schrank, die man auch tatsächlich trägt. Sparen kann man nicht immer wenn man selber näht, aber es lohnt sich. Schon wegen der Freude, die man nach der Fertigstellung empfindet! 🙂

Wer mitmachen will, der kommt am besten in die facebook Gruppe: https://www.facebook.com/groups/1536612449975408/

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