365 Tage ohne – Woche 13-15

Es sind tatsächlich schon 15 Wochen der Challenge vorbei. Unglaublich wie die Zeit verstreicht. Die letzten drei Wochen war ich allerdings etwas schreibfaul. Nach zu vielen Nachrichten musste ich auch erst mal meine Mitte wieder finden. Ich habe viele, wirklich lange Spaziergänge mit den Hunden gemacht. Nach ein paar Kilometern gelingt es einem dann schon wieder etwas Schönes wahrzunehmen und zu lächeln. Ist euch schon mal aufgefallen, dass man viel mehr gute Ideen hat wenn man gut gelaunt ist? Da kann man einfach besser denken.

Trotz der verbesserten Denkfähigkeit ist es mir dann doch nicht so leicht gefallen, mich für eine Variation des Schnittmusters „Sunny“ von Piex Su zu entscheiden. Die liebe Kristin hat dieses Schnittmuster kreiert. Und ich hatte bei einer Verlosung auf facebook das große Glück diesen Schnitt zu gewinnen. „Sunny“ ist ein Sommerkleid, aber man kann auch ein Shirt daraus nähen. Um die Passform zu testen, war es dann auch ein T-Shirt, welches ich am Ende genäht habe. 003 (631x800) Ein Shirt mit Wave-Ausschnitt und 3/4 Ärmeln. Dank der Beschreibung habe ich sogar verstanden, wie man die Schulternähte mit Beleg im Vorderteil so verbindet, dass es ein stimmiges Bild ergibt. Mit den Anleitungen aus der Burda bin ich da jedes Mal dran gescheitert, weshalb ich alles mit Beleg einfach nicht mehr genäht habe. Endlich ist der Knoten in meinem Hirn geplatzt. Trotzdem hoffe ich, dass die Kristin (ja, das ist ein kleiner Zaunpfahl) dazu noch ein kleines Tutorial anfertigt, mit deutlichen Bildern, damit ich auch noch die letzten Ungenauigkeiten beseitigen kann. 😉 Der Ausschnitt ist auch ein wenig schief geworden, aber das ist reine Übungssache. Vielleicht hätte ich auch nicht so einen flutschigen Viscose-Jersey nehmen sollen. Immerhin, es passt perfekt!

Vorher habe ich mir noch ein Kimono Tee (den Schnitt gibt es wenn man den Newsletter abonniert) genäht. 006 (639x800) Ja, der Tarnlook ist ein wenig schräg, sieht angezogen aber wirklich gut aus. Und weil es zwischendurch doch nochmal warm wurde (und hoffentlich auch nochmal wird), habe ich mir noch ein Röckli von Schnabelina genäht. Ebenfalls ein sehr einfacher und kostenloser Schnitt. 004 (800x727) Statt Bund habe ich einfach ein breites Gummiband angenäht. Der Rock ist bequem und luftig leicht. Und alles gefällt mir deutlich besser als die Klamotten im Laden. Gekauft habe ich trotzdem etwas. Quetschwäsche, auf neudeutsch auch Shapeware genannt. So eine Art Unterkleid. Allerdings rutscht der Saum beim gehen nach oben. Also gebe ich es wieder zurück. Unterm Strich habe ich also immer noch keine Kleidung gekauft. Der Stoff für die genähten Teile stammt vom Stoffmarkt Holland. Nur etwas aufbügelbare Vlieseline für den Beleg am T-Shirt musste ich erwerben. Da hatte ich jedoch Glück und bekam ein Reststück für einen Spottpreis. Alles in allem bin ich sehr zufrieden mit mir. Jetzt fehlen nur noch ein paar warme Sommertage, damit ich die neuen Sachen auch tragen kann. 🙂   #365tageohne

Mehr Berichte gibt es in unserer facebook Gruppe, oder ihr besucht den Blog von Piex Su.

365 Tage ohne – Die 4. Woche

Wow! Ganze vier Wochen sind schon vorbei. Ist es mir bisher schwer gefallen, keine Klamotten zu kaufen? Nein, nicht wirklich. Aber was mir aufgefallen ist, ist der Automatismus, in dem wir drin stecken. So schaue ich ganz automatisch beim einkaufen in die Wühltische, wo die Angebote liegen. Dieses „Mal gucken, ob da nicht ein Schnäppchen für mich dabei ist“ ist doch tief in einem drin. Besonders wenn man auf seine Ausgaben achten muss, ist der Angebots-Jagdmodus ständig aktiviert. Um meine Ausgaben nicht zu sehr zu strapazieren, habe ich bisher allerdings auch immer sehr gezielt eingekauft. Ich habe also hauptsächlich eingekauft, was ich wirklich benötige. Und trotzdem muss ich mir immer wieder sagen „nein, du brauchst nicht bei den Klamotten zu gucken, du nähst selber“ wenn ich vor einem Angebot stehe. Irgendwie ist es ein seltsames Gefühl. Und ich empfinde dabei überraschend viel Spaß. Ich habe Freude bei dem Gedanken, dass ich in der Lage bin, mir selbst etwas herzustellen, womit NICHT jeder Zweite rumläuft.

Viel getan habe ich in dieser Woche nicht. Erst habe ich noch die warmen Tage genossen. Gerade noch froh, endlich die Frühjahrsmüdigkeit abgeschüttelt zu haben, wurde ich aber dann, dank der ungemütlichen Eisheiligen, wieder in einen Zwischen-Winterschlaf geschickt. Immerhin habe ich so die Gelegenheit, noch ein heißes Bad zu genießen. Nicht viel, bedeutet aber nicht, dass ich gar nichts getan habe. Neulich  habe ich doch ein Kimono-Tee genäht. So gut mir das Shirt gefällt, so finde ich den Ausschnitt etwas zu weit. Ständig gucken die BH-Träger raus. Also habe ich versucht, den Ausschnitt etwas zu verkleinern. Auf den Fotos kann man sehen, wie ich das gemacht habe. SM-Änderung1 (800x374) Erst die Linie der Schulternaht verlängern, dann Punkt, wo der Halsausschnitt beginnt, nach innen verschieben. In meinem Fall waren das 1,5 cm. Diesen Punkt dann in einem Bogen mit der angezeichneten Ausschnittlinie verbinden. Jedenfalls beim Rückenteil. Beim Vorderteil wäre der Ausschnitt aber zu tief geworden. Deswegen habe ich meine eigene Ausschnittlinie eingezeichnet. SM-Änderung2 (800x601) In der Form habe ich mich am Schnittmuster orientiert. Dann musste ich noch herausfinden, wie lang das Halsbündchen werden darf. Dafür habe ich die Länge des Bündchens vom Original durch den Umfang des Halsausschnittes geteilt und eine Ungefähre 0,9 heraus bekommen. Also habe ich den neuen Umfang des Halsausschnittes x 0,9 genommen. Schon hatte ich das neue Längenmaß für mein Halsbündchen. Es hat sogar gepasst, wie man sieht. 004 (800x384) Zum Vergleich habe ich das zuerst genähte Shirt darunter gelegt. Beim Test, ob der neue Halsausschnitt passt, habe ich einen billigen Stoff genommen, welcher schrecklich widerspenstig gewesen ist. Aber, das Shirt passt und der Ausschnitt sieht deutlich besser aus. Auch wenn ich beim annähen des Bündchens ein wenig sorgfältiger werden muss. Für ein Probeshirt ist es aber ok. 🙂 Und weil in selbst genähten Sachen keine lästigen Etiketten drin sind, welche nicht nur kitzeln, sondern auch mit der aufgedruckten Größe ein schlechtes Gewissen einreden, habe ich das neue Shirt noch eine Nummer größer genäht. So sitzt es lockerer. Jetzt ist das Schnittmuster für mich perfekt. 🙂 006 (800x339)

Vielleicht finde ich ja demnächst mal jemanden, der mich fotografiert. Dann kann ich zeigen wie die Shirts sitzen. Bis dahin möchte ich nochmal alle Interessierten in die Facebookgruppe von der #365tageohne Challenge einladen. Ein Einstieg ist jederzeit möglich. Und hier nochmal ein paar Blogs von anderen Mitgliedern.

Ach ja, mein Strickset von We are knitters ist angekommen. 013 (605x800) Ich finde es toll, dass bei der Verpackung der Plastikanteil auf ein Minimum reduziert ist. Es muss nicht alles in Folie ersticken! Die Wolle fühlt sich toll an, und die Anleitung ist, mit Video-Unterstützung auf der Seite, auch für mich zu verstehen. Ich vermute jedoch, dass das Top zu klein für mich ist. Aber dann finde ich sicher eine andere, für mich passende Anleitung. 😉

365 Tage ohne – Die erste Woche

Vor einigen Jahren hatte ich einen Freund. Er war Holländer und wollte mich, obwohl wir noch nicht so lange zusammen waren, unbedingt zu sich nach Holland holen. Während wir also darüber sprachen, Pläne machten, Platz in seinem Haus schafften, eine Sprachschule besuchten usw., fiel folgender Satz: „Wenn du hier erst mal eine richtige Arbeit hast und Geld verdienst, musst du auch nicht mehr so viel nähen.“ Nach diesem Satz gab es erst mal einen kleinen Streit. Zum einen war ich natürlich entrüstet, dass er meine Arbeit als Verkäuferin beim Discounter nicht als richtige Arbeit ansah. Und dann war ich darüber entsetzt, dass er mich für „ärmlich“ hielt. Vom fehlenden Verständnis dafür, dass ich gerne kreativ tätig bin, mal ganz abgesehen. Aber wie viele denken ebenso über das Selbermachen? Spart selber nähen Geld? Diese Frage ging mir in dieser ersten Woche der 365-Tage-ohne Challenge durch den Kopf. (Weswegen ich mich wohl auch an dieses Gespräch erinnerte.) Und, lohnt es sich, seine Kleidung selber zu nähen?

Viel Zeit hatte ich in dieser Woche nicht. Da kam es mir ganz gelegen, dass ich hier noch ein zugeschnittenes T-Shirt lag, welches ich noch zusammennähen musste. Ein Kimono Tee von Maria Denmark. Den Schnitt bekommt man kostenlos wenn man sich dort zum Newsletter einträgt. Ein schlichtes Shirt, für Anfänger geeignet. Den Stoff hatte ich vom Holländischen Stoffmarkt. Es war ein sogenannter Coupon, ein abgemessenes und geschnittenes Stück Stoff. Nimmt man zwei Stücke, kostet das einzelne 5 Euronen. Hier hatte ich zumindest schon mal gespart. Allerdings bleibt die Herstellung des Stoffes im dunkeln. Das Shirt war für mich auch wieder eine Gelegenheit an der Overlock zu üben. Prompt ist mir dann auch ein Faden wo raus gesprungen. Nix ging mehr. Es hat etwas gedauert, bis ich wieder alles am richtigen Platz hatte. 016 (800x761) Ohne Brille und Taschenlampe ging da nichts. Aber wenn sie dann läuft, 018 (800x655) dann schnurrt sie lautstark und näht ratzfatz alle Teile zusammen.  Auch versäubern ist einfach mit der Ovi. 024 (800x494) Das sieht einfach viel ordentlicher aus. Zum absteppen geht es dann an die normale Haushaltsnähmaschine. 026 (795x800) Dieser eine Zierstich hat es mir gerade angetan. 028 (800x600) Dehnbar, und wegen seiner Form fällt es nicht so auf wenn die Naht etwas schief gerät. Mit Jersey muss ich mich nämlich auch noch anfreunden. Aber nun kann ich stolz mein erstes Kleidungsstück zur 365-Tage-ohne Challenge präsentieren. 031 (672x800) Beim nächsten Mal würde ich nur den Halsausschnitt etwas verkleinern. Der ist mir etwas zu weit. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit meinem Werk!

Hat sich die Arbeit nun gerechnet? Ich hatte zwei Nähmaschinen in Gebrauch. Wenigstens eine Haushaltsnähmaschine ist zum nähen notwendig und muss erst mal bezahlt werden. Der Stoff war diesmal ein Schnäppchen. Normal kostet ein Meter qualitativ guter Jersey zwischen 10 und 20 Euro. Dann braucht es noch Nähmaschinennadeln, Nähgarn, Stecknadeln und Schneiderschere. Das Schnittmuster hat nichts gekostet. Knöpfe oder Reißverschluss brauchte ich auch nicht. Kleinigkeiten, die gerne ins Geld gehen. Dazu noch die Arbeitszeit. Der Stoff wurde vorgewaschen und gebügelt. Unterm Strich ist also ein Shirt vom Grabbeltisch im Discounter deutlich günstiger. Dafür läuft nicht jeder zweite mit diesem Shirt durch die Gegend. Qualitativ ist es auch besser, wodurch es länger halten wird. Dann bin ich stolz auf mich. Die Befriedigung, etwas mit seinen eigenen Händen zu schaffen, tut gut und es gibt Selbstvertrauen. Dann schärft es den Blick dafür, was einem gefällt. Statt x Schrankleichen, hat man am Ende ausgewählte Kleidungsstücke im Schrank, die man auch tatsächlich trägt. Sparen kann man nicht immer wenn man selber näht, aber es lohnt sich. Schon wegen der Freude, die man nach der Fertigstellung empfindet! 🙂

Wer mitmachen will, der kommt am besten in die facebook Gruppe: https://www.facebook.com/groups/1536612449975408/

Wer mag, kann auch mal auf folgenden Blogs lesen:

#365tageohne