Salat mit Giersch

Darf ich vorstellen: Das ist Giersch.  096 (800x600) Bis vor kurzem wusste ich auch noch nicht, wie Giersch aussieht. Irrtümlicherweise dachte ich, dass ein unscheinbares Pflänzchen, welches sich in meine Blumenkästen eingeschlichen hat, besagter Giersch wäre, aber da lag ich komplett falsch. Nachdem ich öfter Beschwerden von Gärtnern gehört hatte, dass sich der Giersch in ihren Beeten ausbreitet, bin ich irgendwie meiner fälschlichen Annahme erlegen…. Nun, ich lerne aber dazu.

Für viele ist Giersch ein Unkraut. Besonders, da man ihn nur schwer aus seinem Garten oder Beet wieder raus bekommt. Denn er vermehrt sich nicht nur über die Samenbildung, sondern auch über Rhizomen, also unterirdisch wie der Bambus. Da es aber nun keine wirklichen Unkräuter gibt, sondern es ehe Beikräuter sind, haben sich einige Gärtner gedacht „Wenn du den Feind nicht besiegen kannst, dann iss ihn halt auf“. Ein alter Name für Giersch lautet auch „Zipperleinskraut“, was darauf schließen lässt, dass es sogar tatsächlich nützlich ist, ihn zu essen. Ein Tee aus Giersch, egal ob getrocknet oder frisch, soll gegen Rheuma und Gicht helfen. Der frische Saft aus einem zerriebenen Blatt soll den Juckreiz nach Insektenstichen lindern. Und als Salat oder Spinat wird er als Frühjahrs-Entschlackungskur angepriesen. Es gibt einige Möglichkeiten diese Pflanze zu nutzen. Ich habe mich erst mal an einen Salat versucht.

Vor dem Genuss kommt aber erst mal das sammeln. Also zeige ich hier den Giersch nochmal ganz genau. 097 (632x640) Hierbei kann man auch sehen, wieso er manchmal auch Dreiblatt genannt wird. Ob man tatsächlich die richtige Pflanze hat, kann man sehr deutlich an der Stielform erkennen. 099 (640x485) Diese bildet nämlich ein deutliches Dreieck. Für den Salat habe ich mir die jungen Blätter ausgesucht. 102 (640x480) Junge Löwenzahnblätter sollen ja auch schmecken. 104 (640x529) Nebenher noch ein bisschen Wiesenschaumkraut für die Vase gepflückt, 106 (640x623) und vom Rotklee auch noch etwas in den Korb geworfen. 109 (640x480) Das alles sollte einen herzhaft, würzigen Salat ergeben.

Nun muss ich aber etwas zurück rudern. Zu Hause habe ich ein Blatt von dem Giersch gegessen. Er hatte einen leichten, bitteren Geschmack. Nicht sehr kräftig, für meine Geschmacksnerven allerdings nicht so geeignet. Ich höre und lese öfters, dass man sich an die Bitterstoffe in den Wildkräutern erst wieder gewöhnen muss. Anscheinend gehöre ich zu denen, die das Bittere nicht so mögen. Also habe ich den Giersch im Salat reduziert und unter einfachen Eisbergsalat gemischt. 112 (800x728) Es sah immer noch einladend, appetitlich aus! Und weil ich gerade in Probierlaune war, habe ich mir gleich noch eine Süßkartoffel gekocht, da ich diese auch noch nie gekostet hatte. Ein paar Spiegeleier dazu, und fertig war meine Mahlzeit. 114 (800x793)

Resümee: Der Giersch im Salat und ich werden wohl keine echten Freunde werden. Genauso wenig wie der Löwenzahn. Nicht nur der Geschmack ist nicht wirklich meins, auch mag ich es nicht wenn die zarten Blätter im Mund oben am Gaumen kleben bleiben. Ein Gefühl, welches ich als unangenehm empfinde. Was ich mir aber vorstellen könnte, ist, die Blätter sehr klein zu schneiden und in das Salatdressing zu mischen. Das mache ich schon mit anderen Wildkräutern (dazu ein anderes Mal mehr), und der Geschmack des Dressings wird dadurch voller und würziger. So nimmt man vielleicht nicht so viele Kräuter zu sich, aber immerhin ein paar. Zur Süßkartoffel lässt sich noch sagen, dass sie tatsächlich süß ist. Ihr Geschmack erinnert an eine sehr süße Karotte, mit der Konsistenz einer sehr mehligen Kartoffel. Und so hart sie am Anfang ist, so schnell ist sie weich gekocht. Ich könnte sie mir gut als weitere Zutat in einem Möhren-Kartoffel-Eintopf vorstellen. Ich mag es nämlich wenn dieser ein wenig „pampiger“ ist. Vielleicht mag sie auch eine kräftige Bratensoße. Nur zu Salat und Spiegeleiern passt sie, nach meinem Empfinden, nicht wirklich. Aber ich bin satt geworden. Auch wenn ich mir beim sammeln gehörig Appetit geholt habe, so habe ich den Teller nicht leer bekommen.

Nun gut, aus Giersch soll man auch gut Spinat kochen können. Vielleicht ist das ehe mein Geschmack. Das probiere ich dann das nächste Mal aus. So schnell ist das Kraut sicher nicht „alle“  🙂  101 (800x600)

Löwenzahnhonig

*Beitrag kann Werbung enthalten durch Abbilden von verwendeten Produkten*  Am Wochenende, auf der Hunderunde, habe ich ihn gesehen, den ersten Löwenzahn. 003 (800x600)

Bald dauert es dann nun auch nicht mehr, bis die Wiesen wieder weithin gelb leuchten. 001 (800x345) Also schnell mal die Vorräte abchecken, ob ich auch alles Nötige da habe, um leckeren Löwenzahnhonig herstellen zu können!

Obwohl das Rezept (mit diversen kleinen Variationen) sehr oft im Internet zu finden ist, werde ich doch immer noch mit einem seltsamen Gesichtsausdruck angesehen wenn ich erkläre, dass ich meinen Honig selber herstelle. Verwundert wird gefragt, wo ich denn meine Bienen halten würde, und wie ich diese dazu bekomme nur auf Löwenzahn zu fliegen…. So schwer ist es denn doch nicht. Mein Rezept dazu habe ich aus einem Kräuterbuch von Maria Treben, welches zu Hause am Küchentisch auf der Eckbank lag. Der Honig ist wirklich leicht herzustellen und schmeckt mir besser als normaler Bienenhonig. Man nehme:

  • 2-3 Handvoll Löwenzahnblüten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg (Rohr-)Zucker
  • 1 unbehandelte Zitrone, oder Zitronensäure

Die Blüten von noch vorhandenen Stängeln befreien, kurz abspülen (auf Krabbeltierchen achten!) und in einen hohen Topf damit. 003 - Kopie (800x655) Anschließend die Blüten mit einem Liter Wasser übergießen. 005 - Kopie (800x682) Dann die ganze Sache aufkochen, Deckel drauf und über Nacht stehen lassen. 007 (797x800) Am nächsten Morgen sieht das Ganze nicht sehr appetitlich aus. 009 (800x723) Es riecht auch nicht besonders. Aber davon nicht abschrecken lassen, sondern einfach alles durch ein Sieb kippen und die Flüssigkeit auffangen. 010 (776x800) Die Flüssigkeit wieder in den Topf gießen, dann 1 Kg Zucker und den Saft einer halben unbehandelten Zitrone, sowie die abgeriebene Schale zufügen. Da ich keine Zitrone zur Verfügung hatte, habe ich mir mit Zitronensäure geholfen. Bitte nur vorsichtig dosieren, damit es am Ende nicht zu sauer wird! Dann lieber später noch etwas „nachwürzen“. 011 (800x532) Nun alles zusammen einmal aufkochen, um den Zucker aufzulösen, dann den Herd runter regeln und bei kleiner Flamme gaaaaanz langsam einkochen und dadurch reduzieren. Nun dauert es auch nicht mehr lange, und der unangenehme Geruch verschwindet und macht einem leichten Honigduft Platz. 022 (800x657) Das einkochen kann durchaus ein paar Stunden dauern. Es schadet aber nicht wenn man zwischendurch den Herd ausmacht und alles abkühlen lässt, weil man einkaufen, arbeiten oder sonstige Dinge erledigen muss. So kann man auch gleich kontrollieren, ob der Honig schon dickflüssig genug ist. Ansonsten einfach zwischendurch ein paar Tropfen auf einen Teller geben, abkühlen lassen und probieren. 023 (800x720) Ein guter Test ist es auch, zu prüfen, ob ein Tropen am Finger hängen bleibt. 025 (800x521) Jetzt noch probieren, ob genug Zitrone drin ist. Ist man mit dem Geschmack zufrieden, kann man den Honig abfüllen. Dafür ein paar Marmeladengläser vorher mit kochendem Wasser ausspülen, 026 (800x548) diese dann auf ein nasses und kaltes Tuch stellen (das verhindert, dass die Gläser beim befüllen platzen) und den Honig einfüllen. 029 (800x762) Dann nur noch Deckel drauf, leicht schütteln und warten bis es abgekühlt ist. Marmelade stellt man ja normal auf den Kopf nach dem befüllen. Da der Honig in heißem Zustand aber sehr dünnflüssig ist, schüttel ich die Gläser nur. Dadurch werden die Deckel abgedichtet und der Inhalt haltbarer. Vorsicht bitte, dabei kann sich ein wenig heiße Flüssigkeit am Schraubverschluss nach außen drücken, was verbrühte Finger zur Folge hat. Sind die Gläser abgekühlt, kann man sie von eventuell vorhandenen Resten (ich klecker eigentlich immer) abspülen und beschriften. Dem Genuss steht nun auch nichts mehr im Wege! 030 (800x532)

Noch ein paar kleine Tipps zum Schluss. Immer nur die angegebene Menge zubereiten. Je mehr Flüssigkeit im Topf ist, desto länger dauert der Vorgang des einkochens. Aber je länger der Honig gekocht wird, desto dunkler wird er. Erst kommt dann der Karamellgeschmack immer mehr durch, und am Ende wird es bitter. Also lieber öfter eine kleine Menge zubereiten. Und, der Honig bleibt doch sehr flüssig. Öffnet man jedoch ein Glas und verwahrt es im Kühlschrank, dann kristalliert der Honig. Das heißt, er wird erst fester, dann richtig hart. Ist er zu hart, kann man durch erwärmen im Wasserbad die Masse wieder flüssiger machen. Aber meist ist das Glas leer bevor das passiert. Ich verwende den Löwenzahnhonig übrigens genau wie Bienenhonig. Also nicht nur auf Brot, sondern auch zum süßen von Tee oder Smoothies, oder zum backen. Löwenzahnhonig soll übrigens den Stoffwechsel anregen.

Viel Vergnügen beim Nachmachen!