Kuchen, Mus, Marmelade… alles mit Äpfeln

*Beitrag enthält Werbung durch Verlinkung zu weiterführenden Informationen*  Letztens, als das Wetter noch schön war, habe ich die Apfelbäume bei meiner Schwester geplündert019 (800x600). Na, geplündert ist vielleicht etwas viel gesagt. Ohne Leiter oder Pflückhilfe kam ich nur an die unteren Äpfel ran. 016 (800x497) Aber auch das hat gereicht um zwei große Eimer zu füllen. Für mich mehr als genug! So herrlich verlockend wie die Äpfel ausgesehen haben, hätte ich sicher sonst zu viele mitgenommen. Die Pflückerei kam mir auch gar nicht wie Arbeit vor. Der Himmel leuchtete blau, die Sonne strahlte, die Schafe umringten uns neugierig 018 (800x600) und die Gänse und Enten des Nachbarn passten auf 006 (758x800), dass noch Äpfel für sie übrig blieben. Eben ein rundum perfekter Tag auf dem Land an einem goldenen Oktobertag. 017 (800x600)

Jetzt, wo es draußen neblig und ungemütlich ist, denke ich gerne an diesen Tag zurück. Und mit den Äpfeln, besonders ihrem Geschmack, bleibt diese Erinnerung lebendig. Ist es nicht schön, dass man mit so einfachen Dingen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann? Was mich persönlich auch zum lächeln bringt ist ein leckerer Kuchen. Wie wäre es also mit einem leckeren Apfelkuchen auf Hefeteig? Nachdem ich diverse Rezepte ausprobiert habe, kann ich dieses hier empfehlen: 027 (720x800)

  • 500g Mehl
  • 60g Butter oder Margarine
  • 60g Zucker
  • 7g Salz (Prise)
  • 1 Päckchen Hefe
  • 200ml Milch – lauwarm
  • 1 Ei

Zuerst eine Mulde im Mehl formen und in diese den Zucker (für einen süßen Kuchen darf auch ein Löffel extra rein), das Salz  und die zerbröckelte Hefe geben 030 (800x735). Dann die lauwarme Milch darüber gießen und vorsichtig umrühren. 031 (800x704) Das ergibt einen Vorteig. Mit einem Küchentuch abdecken und eine viertel Stunde stehen lassen. Die wie aufgeschäumt wirkende Masse sieht dann zwar nicht sehr appetitlich aus 034 (800x720), aber genau so ist es richtig. Dann das ganze mit dem Knethaken der Rührmaschine durchwalken und jetzt erst die Butter o. Margarine und das Ei zugeben. Macht man das vorher, reagiert die Hefe nicht. 035 (746x800) Wenn die Maschine alles verquirlt hat, kommen die Hände zum Einsatz. Den Teig einmal kräftig kneten 038 (800x658). Je mehr man knetet, desto lockerer wird der Teig anschließend. Aber erst darf der Teig unter dem Tuch noch ein Stündchen schlafen 040 (800x626). Leider nur der Teig, nicht ich, denn die Äpfel müssen ja noch geschält 042 (800x724) und in dünne Scheiben geschnitten werden. Ist der Teig schön aufgegangen 044 (800x599), diesen nochmal gut durchkneten und auf dem eingefettetem Backblech verteilen 045 (800x487). Auf dem Teig dann die Apfelscheiben dicht an dicht in den Teig drücken, mit Zucker und Zimt bestreuen 046 (800x623) und dann bei 170°C (Umluft) ca. 30 Minuten backen, bis die Teigränder braun geworden sind 047 (800x573). Sollten die Äpfel sehr sauer sein, darf nun auch noch ein wenig zusätzlicher Zucker auf den Kuchen. Den Apfelkuchen kann man problemlos einfrieren. Weswegen ich sicher noch einen oder zwei davon backen werde. Weil, der ist echt lecker! 050 (800x600)

Für die nächste Aktion mache ich es mir erst mal gemütlich. Meine Apfel-Schälstation habe ich im Wohnzimmer aufgebaut. 070 (800x525) Alles griffbereit hinstellen, Tasse Kaffee dazu, im TV eine Folge „Goldrausch in Alaska“, und schon ist die Arbeit schnell erledigt. Ist der Kaffee dann leer, ist der große Topf mit einer genügend großen Menge an Äpfeln gefüllt 071 (800x491). Ich will Apfelmus herstellen. Dafür müssen die Äpfel zwar nicht unbedingt geschält werden, aber dann benötigt man später einen Pürierstab, damit die Masse auch wirklich zum Mus wird. Dadurch wird aber auch alles sehr fein in der Konsistenz. Zu fein für mich. Meine geschälten Äpfel wasche ich noch einmal kurz ab, dann wandern sie wieder mit einem Schuss Wasser zusammen in den Topf. Zucker darüber streuen und erhitzen 082 (800x737). Bei kleiner Flamme die Äpfel dann so lange köcheln bis sie zerfallen. 085 (800x686) Zwischendurch immer wieder rühren, rühren, rühren, bis keine größeren Stücke mehr zu erkennen sind. Vorsicht beim rühren wenn es spritzt. Das ist mehr als unangenehm wenn es einen trifft. Will man probieren, ob das Mus auch süß genug ist, ein wenig auf einen kleinen Teller geben und warten bis es abgekühlt ist. Dann verbrennt man sich nicht so leicht die Zunge und kann auch die Süße besser schmecken. Wer süße Äpfel nutzt, sollte bis zum Ende warten mit dem Zucker. Mir sind saure Äpfel zum Mus machen lieber. Also muss ich meist nachzuckern, bis mir mein Mus schmeckt. Bin ich zufrieden, fülle ich einige kleine Portionen in Gefrierdosen ab, zum einfrieren. 091 (800x711) Durch den Zuckergehalt ist das Apfelmus jedoch auch im Glas haltbar. Die große Portion ist für einen Kuchen gedacht. Das müsst ihr mal probieren. Ein schneller Apfelmus-Kuchen: Ein Tortenboden, darauf das Apfelmus verteilen und dazu ein Klecks Schlagsahne. Ich kann nur sagen: mjiammi!

Ersetzt man beim Mus kochen einen Teil des Zuckers durch Gelierzucker (ich bilde mir ein, dass es dann etwas fester wird) und fügt noch Zimt dazu, hat man eine leckere Apfelmus-Zimt-Marmelade. Gelierzucker ist aber nicht zwingend notwendig. Normaler Zucker reicht auch aus. 096 (800x600) Diese Marmelade schmeckt wunderbar auf frischen Brötchen, Pancakes oder auch als Füllung in einem Blätterteig. Nun bin ich mit Kuchen, Mus und Marmelade erst mal für eine lange Zeit versorgt. Ein paar Äpfel sind noch über. Damit werde ich mal ein Rezept für Apfelkekse testen, welches ich in einer facebook-Gruppe gefunden habe. Aber das erzähle ich ein anderes Mal 🙂 Vielleicht macht ihr jetzt auch erst mal einen Ausflug auf’s Land und sucht nach Apfelbäumen. Entweder fragt man in der Nachbarschaft, ob man sich Äpfel pflücken darf, oder man sammelt einfach die auf, welche schon auf dem Boden liegen. Die sind nicht unbedingt schlecht. Nutzt, was die Natur gerade so verschwenderisch anbietet! Wer diese Möglichkeit nicht hat, sollte sich auf den Markt begeben. Nicht nur weil die Äpfel jetzt besonders günstig sind, sondern auch um regionale Ware zu bekommen. So kann man auch was für die Umwelt tun. 😉

Nachtrag: Wer Angst vor Hefeteig hat, oder noch Fragen dazu, dem kann ich den Beitrag hier von Zucker, Zimt und Liebe zum nachlesen empfehlen 🙂

Löwenzahnhonig

*Beitrag kann Werbung enthalten durch Abbilden von verwendeten Produkten*  Am Wochenende, auf der Hunderunde, habe ich ihn gesehen, den ersten Löwenzahn. 003 (800x600)

Bald dauert es dann nun auch nicht mehr, bis die Wiesen wieder weithin gelb leuchten. 001 (800x345) Also schnell mal die Vorräte abchecken, ob ich auch alles Nötige da habe, um leckeren Löwenzahnhonig herstellen zu können!

Obwohl das Rezept (mit diversen kleinen Variationen) sehr oft im Internet zu finden ist, werde ich doch immer noch mit einem seltsamen Gesichtsausdruck angesehen wenn ich erkläre, dass ich meinen Honig selber herstelle. Verwundert wird gefragt, wo ich denn meine Bienen halten würde, und wie ich diese dazu bekomme nur auf Löwenzahn zu fliegen…. So schwer ist es denn doch nicht. Mein Rezept dazu habe ich aus einem Kräuterbuch von Maria Treben, welches zu Hause am Küchentisch auf der Eckbank lag. Der Honig ist wirklich leicht herzustellen und schmeckt mir besser als normaler Bienenhonig. Man nehme:

  • 2-3 Handvoll Löwenzahnblüten
  • 1 Liter Wasser
  • 1 kg (Rohr-)Zucker
  • 1 unbehandelte Zitrone, oder Zitronensäure

Die Blüten von noch vorhandenen Stängeln befreien, kurz abspülen (auf Krabbeltierchen achten!) und in einen hohen Topf damit. 003 - Kopie (800x655) Anschließend die Blüten mit einem Liter Wasser übergießen. 005 - Kopie (800x682) Dann die ganze Sache aufkochen, Deckel drauf und über Nacht stehen lassen. 007 (797x800) Am nächsten Morgen sieht das Ganze nicht sehr appetitlich aus. 009 (800x723) Es riecht auch nicht besonders. Aber davon nicht abschrecken lassen, sondern einfach alles durch ein Sieb kippen und die Flüssigkeit auffangen. 010 (776x800) Die Flüssigkeit wieder in den Topf gießen, dann 1 Kg Zucker und den Saft einer halben unbehandelten Zitrone, sowie die abgeriebene Schale zufügen. Da ich keine Zitrone zur Verfügung hatte, habe ich mir mit Zitronensäure geholfen. Bitte nur vorsichtig dosieren, damit es am Ende nicht zu sauer wird! Dann lieber später noch etwas „nachwürzen“. 011 (800x532) Nun alles zusammen einmal aufkochen, um den Zucker aufzulösen, dann den Herd runter regeln und bei kleiner Flamme gaaaaanz langsam einkochen und dadurch reduzieren. Nun dauert es auch nicht mehr lange, und der unangenehme Geruch verschwindet und macht einem leichten Honigduft Platz. 022 (800x657) Das einkochen kann durchaus ein paar Stunden dauern. Es schadet aber nicht wenn man zwischendurch den Herd ausmacht und alles abkühlen lässt, weil man einkaufen, arbeiten oder sonstige Dinge erledigen muss. So kann man auch gleich kontrollieren, ob der Honig schon dickflüssig genug ist. Ansonsten einfach zwischendurch ein paar Tropfen auf einen Teller geben, abkühlen lassen und probieren. 023 (800x720) Ein guter Test ist es auch, zu prüfen, ob ein Tropen am Finger hängen bleibt. 025 (800x521) Jetzt noch probieren, ob genug Zitrone drin ist. Ist man mit dem Geschmack zufrieden, kann man den Honig abfüllen. Dafür ein paar Marmeladengläser vorher mit kochendem Wasser ausspülen, 026 (800x548) diese dann auf ein nasses und kaltes Tuch stellen (das verhindert, dass die Gläser beim befüllen platzen) und den Honig einfüllen. 029 (800x762) Dann nur noch Deckel drauf, leicht schütteln und warten bis es abgekühlt ist. Marmelade stellt man ja normal auf den Kopf nach dem befüllen. Da der Honig in heißem Zustand aber sehr dünnflüssig ist, schüttel ich die Gläser nur. Dadurch werden die Deckel abgedichtet und der Inhalt haltbarer. Vorsicht bitte, dabei kann sich ein wenig heiße Flüssigkeit am Schraubverschluss nach außen drücken, was verbrühte Finger zur Folge hat. Sind die Gläser abgekühlt, kann man sie von eventuell vorhandenen Resten (ich klecker eigentlich immer) abspülen und beschriften. Dem Genuss steht nun auch nichts mehr im Wege! 030 (800x532)

Noch ein paar kleine Tipps zum Schluss. Immer nur die angegebene Menge zubereiten. Je mehr Flüssigkeit im Topf ist, desto länger dauert der Vorgang des einkochens. Aber je länger der Honig gekocht wird, desto dunkler wird er. Erst kommt dann der Karamellgeschmack immer mehr durch, und am Ende wird es bitter. Also lieber öfter eine kleine Menge zubereiten. Und, der Honig bleibt doch sehr flüssig. Öffnet man jedoch ein Glas und verwahrt es im Kühlschrank, dann kristalliert der Honig. Das heißt, er wird erst fester, dann richtig hart. Ist er zu hart, kann man durch erwärmen im Wasserbad die Masse wieder flüssiger machen. Aber meist ist das Glas leer bevor das passiert. Ich verwende den Löwenzahnhonig übrigens genau wie Bienenhonig. Also nicht nur auf Brot, sondern auch zum süßen von Tee oder Smoothies, oder zum backen. Löwenzahnhonig soll übrigens den Stoffwechsel anregen.

Viel Vergnügen beim Nachmachen!