Pilze sammeln

Warnung!! Man kann jeden Pilz essen. Manche aber nur 1x! Also immer die erste und wichtigste Regel beim Pilze sammeln beachten: Bist du dir unsicher, um was für einen Pilz es sich handelt, lass den Pilz im Wald! Meine Angaben mache ich nach bestem Wissen und Gewissen. Jedoch bin ich kein Experte und mache Fehler. Meinen Empfehlungen zu folgen geschieht auf eigene Gefahr!!! Wer Pilze kennen lernen will, dem empfehle ich die Volkshochschule, wo zum Herbst Pilzführungen angeboten werden. UND ein gutes Buch, welches die häufigsten Pilzarten enthält. Wer ganz sicher gehen will, sollte von seinem Pilzgericht eine kleine Portion in einer Dose im Kühlschrank deponieren. Sollten sich gesundheitliche Probleme ergeben, könnte das dem Arzt helfen.

Herbstzeit, Pilzezeit. Na ja, eigentlich beginnt die Zeit der Pilze schon im August. So kann man da den Sommersteinpilz finden. Mir ist er leider noch nicht untergekommen. Geht die Zeit auf September zu, wird jeder Spaziergang immer spannender. Der Blick wandert immer mehr unter die Bäume, den Waldboden absuchend. Auch der Wetterbericht ist wichtig. Pilze brauchen Feuchtigkeit, also ist Regen nötig. Zu nass darf es aber auch nicht werden. Dieses Jahr war es bisher ziemlich ideal. Zuerst einige Regentage, dann schönster Sonnenschein, der einem die Sammelei noch zusätzlich verschönt hat. Und plötzlich waren sie da! 047 (800x600) Die Fruchtkörper, welche wir Pilz nennen. Denn eigentlich lebt der Pilz ja als Wurzelgeflecht unter der Erde. Die Fruchtkörper dienen nur der Weiterverbreitung. Um den Pilz nicht zu beschädigen, werden die Fruchtkörper unten am Stiel abgeschnitten, oder aber man dreht ihn vorsichtig aus dem Boden.

Ende August gab es schon die ersten Pfifferlinge. 031 (800x719) Im September waren sie dann öfter zu finden. Der Pfifferling ist ein sehr angenehmer Pilz. Nicht nur vom Geschmack her, sondern auch weil er so schön fest ist. Selten wird er schmierig. Auch ist der komplette Pilz zu verwenden. In den dickwandigen Lamellen verkriechen sich selten Insekten. Zum säubern reicht meist ein Borstenpinsel aus dem Malerbedarf, oder einem Backpinsel. Der Pfifferling ist an seiner meist unregelmäßigen Hutform zu erkennen. Dann noch an den dicken Lamellen, welche meist unregelmäßig am Stiel auslaufen. Schneidet man den Pfifferling durch, erkennt man eine dunkelgelbe Hautschicht, und hellgelbes  Fleisch. 019 (800x600) Mein Pilzbuch sagt, dass der Pfifferling nicht zum trocknen geeignet ist. Allerdings mache ich genau das mit ihm. Bisher hatte ich da keine Probleme.

Dann gibt es da natürlich den Klassiker, den Steinpilz. 006 (800x487) Der Steinpilz hat einfach die perfekte Pilzform. Der schöne, halbrunde, dunkle Hut, der helle, nach unten keulenhaft geformte Stiel, einfach alles an ihm ist einladend. Die Haut vom Hut ist leicht ablösbar. Der Stiel hat ein Netzförmiges Muster. Die Kolbenform des Stieles versteckt sich häufig in der Erde, oder im Moos. Deswegen vor dem Abschneiden ruhig ein wenig ausgraben. Die Röhren sind erst weiß, dann gelblich. Bei alten Pilzen werden sie grünlicher. In den Röhren verstecken sich oft kleine Insekten, weshalb man sie entfernen sollte. Ansonsten kann man den kompletten Pilz verwenden.

Dem Steinpilz ähnlich ist der Maronenröhrling. 016 (800x604) Die Marone wirkt auf mich irgendwie „schokoladiger“, da die Hutfarbe mich an Vollmilchschokolade erinnert. Vielleicht liegt es aber auch an der samtigen Oberfläche. Im Regen wird diese Haut aber meist glitschig, schmierig. Die Röhren sind gelblich und der Stiel meist hellbraun und hat kein Netzmuster. Bei Druck und an Schnittstellen läuft die Marone bläulich an. Auch hier wieder auf Insekten in den Röhren achten. Zudem wird er gerne von Maden angenommen, was man aber meist erst beim durchschneiden sieht. 027 (800x509)

Interessant finde ich noch den Netzstieligen Hexenröhrling , sowie den Flockenstieligen Hexenröhrling. Beiden gemeinsam ist die rote Farbe, welche einem zuerst am Stiel und dann auch an den Röhren auffällt. Die Zeichnung des Stieles ergibt sich schon aus dem Namen. Ersterer hat eine hellbraun-gelbliche bis orange-scheinende Hutfarbe, der andere eine dunkelbraune, samtige Huthaut. Die Röhrenfarbe beim Netzstieligen ist orange-rötlich, beim Flockenstieligen dunkelorange bis tiefrot. Der Netzstielige Hexenröhrling ist bei Druck und beim Anschneiden schwach blauend. Der Flockenstielige Hexenröhrling läuft beim anschneiden sofort dunkelblau an, woran er auch gut zu erkennen ist. 047 (800x691) Ich weiß noch, als ich meine erste Hexe im Wald gefunden habe, hat mich diese starke Färbung so sehr erschreckt, dass ich ihn stehen gelassen habe. Zuhause im Buch erkannte ich dann meinen Fehler. Ja, ich habe mich geärgert 😀  Dem Hexenröhrling ähnlich ist noch der Rotfußröhrling 041 (800x600), welcher auch einen roten Stiel besitzt. Seine Hutfarbe ist oliv-bräunlich, die Röhren gelblich. Auch dieser ist essbar, soll im Alter aber an Geschmack verlieren. Von einem aufmerksamen Leser wurde ich darauf hingewiesen, dass es sich, wegen dem deutlich sichtbaren Netz auf dem Stiel, vermutlich um einen Schönfußrötling handelt, welcher roh giftig und abgekocht immer noch mindestens ungenießbar ist! Also bitte, wie ganz zu Anfang schon erwähnt, genau aufpassen, oder stehen lassen, wenn Unsicherheiten bestehen. Vielen Dank nochmal für den Hinweis.

Zwei weitere Pilze, die sich sehr ähnlich sind, ist der Birkenpilz und die Schwarzschuppige Rotkappe, oder auch Birkenrotkappe 002 (800x720). Wie der Name schon sagt, sind sie an eine bestimmte Baumart gebunden. Der Birkenpilz wächst also gerne in der Nähe von Birken. Auch sieht sein Stiel ähnlich aus wie eine Birke, weiß mit einer Art schwärzlichen Flockenschicht bedeckt. Die Hutfarbe ist braun, die Röhren weiß bis gräulich. Die Röhren bilden eine dicke Schicht. Auch hier wieder auf Insekten achten, die diese gerne nutzen. Der Stiel wird mit dem Alter immer holziger und zäh. Sein Fleisch läuft beim anschneiden an der Luft schnell braun-schwarz an. Was seinem Geschmack jedoch nicht schadet. Von der roten Hutfarbe einmal abgesehen 010 (800x594), kann man diese Merkmale auch alle auf die Birkenrotkappe übertragen. Auch diese hat einen schwarz-weißen Stiel, aber einen orange-rötlichen Hut. Hat man einen Pilz mit einer roten Hutfarbe, jedoch mit einem weißen Stiel gefunden, sollte man sich die Bäume in der Nähe einmal ansehen. Steht dort eine Pappel, hat man einen der seltenen Espenrotkappen gefunden.

Zuletzt noch ein Pilz, den ich lange Zeit vernachlässigt habe. Und zwar den Hallimasch. 012 (800x654) Dieser ist nicht zu trocknen und sollte vor der eigentlichen Zubereitung erst einmal in Wasser aufgekocht werden, um die Giftstoffe zu entfernen. Das war mir immer zu aufwendig. Bis mir ein lieber Freund erzählte, dass der Hallimasch für ihn der beste Pilz überhaupt ist. Er würde viel würziger schmecken als alle anderen Pilze. Zudem könne man ihn nach dem kochen ja bequem einfrieren. Also habe ich ihn einfach mal probiert. Da der Hallimasch in „Rudeln“ wächst 004 (717x800), hat man schnell eine große Menge zusammen gesammelt. Leicht zu erkennen ist er zudem auch noch, da er diese charakteristischen schwarz-braunen Hutschuppen hat. Nun gut, wenn der Hallimasch sehr hell gefärbt ist, sind diese Schuppen auch heller, aber es ist dann immer noch ein Hallimasch. Am wertvollsten sind dabei die Pilze, deren Hut noch geschlossen ist. Die Stiele sind oft zäh.  Und ja, ich muss gestehen, mit Zwiebeln zusammen gebraten, mit Salz und Pfeffer gewürzt, schmeckt er wirklich sehr lecker! So richtig wie man sich einen Waldpilz im Geschmack vorstellt.

Das war jetzt eine Auswahl meiner bevorzugten Pilzarten. Ich habe sie im Laufe der Jahre kennen gelernt, weiß, welche ich mitnehmen und essen kann. Einigen habe ich meine eigenen Namen gegeben, damit ich sie mir besser merken kann. Und immer noch lerne ich dazu. Es gibt Pilze, die den hier genannten ähnlich sehen. Schnell hat man den falschen in seinen Korb gepackt. Deswegen muss ich noch einmal wiederholen: Vor dem Verzehr genau prüfen, ob man auch den richtigen Pilz hat!!! Bist du dir sicher, dann erhitze jeden Pilz ausreichend. Denn fast alle Pilze sind roh giftig oder unbekömmlich. Je länger ein Pilz erhitzt wird, desto besser kann man ihn auch verdauen. Und nun kann ich eigentlich nur noch guten Appetit wünschen! 🙂