Zu Weihnachten gehören Weihnachtsplätzchen

Bisher ist meine Adventszeit ja nicht so gelaufen wie ich es geplant hatte. Statt basteln und Geschenke shoppen, waren unangenehme Pflichten zu erledigen. Die Stimmung hat darunter natürlich auch gelitten…

Das einfachste Mittel, die Stimmung auf Weihnachten zu trimmen, ist, neben den halben Tag Rock Christmas zu hören, Plätzchen backen. Weihnachtskekse sind Seelenfutter pur. Zwar habe ich keine Beweise, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass der Genuss von guten Plätzchen schon den einen oder anderen Krach an Weihnachten verhindert hat. Neben Glühwein, Punsch und Portwein (unglaublich, wie viele Liter Portwein zum kochen gebraucht werden!!) natürlich mal abgesehen… 😉 Bis vor ein paar Jahren habe ich Unmengen an Spritzgebäck mit Schokolade fabriziert. Jedes Jahr habe ich zwischen 8 und 12 Kilo Teig verarbeitet. DSC00431 (800x430) Und dann anschließend das Meiste davon in die halbe Weltgeschichte geschickt. Ja, es ist Eigenlob, aber meine Kekse haben einfach jedem geschmeckt. Dann war ich der Großbäckerei müde und habe das Rezept verteilt. Aber die Plätzchen, die aus diesem Rezept entstanden sind, schmecken irgendwie anders als meine eigenen. Lange habe ich darüber nachgedacht, woran das liegen könnte. Deswegen hier nochmal ganz ausführlich das Rezept für Spritzgebäck:

  • 250 g Margarine (die billige Frühstücksmargarine vom blau-weißem Discounter)
  • 200 g Zucker
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Ei
  • 1 Eigelb
  • 500 g Mehl
  • 2 gestrichene TL Backpulver (Ergibt ungefähr 1 Tütchen. Mit Backpulver bin ich also etwas großzügiger als angegeben)

Die Menge ergibt ungefähr 1 kg Teig, und man kann sie ganz nach Bedarf vervielfachen. Bevor wir jetzt an die Verarbeitung der Zutaten gehen, erst mal Rock Christmas in den CD-Player einlegen. Das ist wichtig! Denn die Stimmung, die dabei entsteht, fließt direkt in den Teig. Ein Teig, den man mit Liebe knetet, kann schließlich nur besser als gut werden, oder? Auf einer sauberen Oberfläche dann einen Kreis aus Mehl, Zucker, Backpulver und Vanillezucker streuen, Margarine und Eier in die Mitte geben. DSC00416 (800x430) Mit ebenfalls sauberen Fingern dann rein ins Vergnügen! In der Mitte anfangen zu matschen, dann langsam die trockenen Zutaten immer mehr unterarbeiten, bis der Teig nicht mehr an den Fingern kleben bleibt. Solange durchkneten bis man eine schöne Teigkugel mit einer glatten Oberfläche hat. DSC00417 (800x463) Diese dann in eine Schüssel geben, mit einem Tuch abdecken und über Nacht in einen kühlen Raum stellen. Kühl, nicht kalt. Am nächsten Tag kann der Teig dann nach Wunsch verarbeitet werden. Ich nehme dafür am liebsten den Fleischwolf. DSC00422 (800x657) Beim ausstechen benötigt man zu viel Mehl, was dem Geschmack abträglich ist. Besonders wenn die dabei anfallenden Reste wieder und wieder ausgerollt werden. Mit dem Fleischwolf geht es auch schneller. Durch mein jahrelanges Training schaffe ich es, ziemlich lange Keksschnüre herzustellen.  Diese lege ich auf die leicht bemehlte Tischplatte und schneide sie dann in die passende Kekslänge. DSC00427 (711x800) Die Plätzchen lege ich dann mit Hilfe des Pfannenwenders auf ein gefettetes Backblech (Kalorien existieren an Weihnachten nicht). Dann bei 140°-150° Umluft backen bis sie eine angenehme Bräune entwickeln. Zu hell schmecken sie nicht. Zu dunkel aber auch nicht. Also aufpassen, dass sie keinen Sonnenbrand bekommen! Deswegen backe ich lieber langsam bei niedriger Temperatur. Wer mag, kann die Plätzchen dann noch „lackieren“, also mit Schokolade überziehen. Natürlich geht auch Zuckerguss, oder man genießt sie pur. Nach dem Abkühlen dann in Blechdosen lagern. Zwischen die Lagen Pergamentpapier legen, dann bleibt die Schokoschicht glatt und glänzend. DSC00432 (800x297) In einem kühlen Raum (das Schlafzimmer ist meist kühler) bleiben die Kekse so mindestens zwei Monate genießbar. Was jetzt den besonderen Geschmack ausmacht? Vermutlich eine Mischung aus Weihnachtsstimmung, Liebe, „billige“ Zutaten, Kalorien vergessen, der Hauch zu viel Backpulver, ruhen über Nacht, KEIN Backpapier und langsames backen.

Dieses Jahr war mir das jedoch zu viel Aufwand. Ich habe da zwei leckere, einfache und schnelle Plätzchenrezepte gefunden. Zum einen die allseits beliebten Vanille-Kipferl, aus denen ich der Einfachheit halber aber Vanille-Stängelchen gemacht habe. Schmecken tun sie genau so gut. 🙂 Und dann noch leckere Kokos-Makronen, die mit ganzen Eiern gemacht werden. Ich gebe zu, es ist etwas gewöhnungsbedürftig wenn der Makronenteig gelblich, statt weiß ist. 004 (800x475) Da mit Oblaten gearbeitet wird, benutze ich hierbei auch Backpapier. Und sie zerfallen nach dem backen sehr leicht. Da hilft aber eine dicke Schicht Schoko-Glasur. Für die Schokoglasur einfach Kuvertüre (in meinem Fall Bitter-Kuvertüre) mit Margarine über dem Wasserbad zum schmelzen bringen. 002 (800x689) Bitte darauf achten, dass die Margarine kein Wasser enthält. Sonst wird die Glasur flockig und grau. Die flüssige Schokolade sollte dickflüssig vom Löffel fließen, 006 (800x638) dann stimmt die Mischung. Wird nicht alles aufgebraucht (ja, soll vorkommen…), kann man die Glasur prima einige Wochen im Kühlschrank aufbewahren. Bei Bedarf einfach wieder im Wasserbad erwärmen. Mir schmecken die Weihnachtsplätzchen jedenfalls. 009 (800x575) Und die Menge ist für mich alleine mehr als ausreichend. Jetzt fehlt nur noch ein schöner Baum 🙂