Was wächst denn da? – Die Knoblauchrauke

Vor knapp zwei Wochen habe ich Bärlauch gesammelt. Das allererste Mal! Hier, in der Umgebung, wo mich meine Hunderunden immer herführen, wächst kein Bärlauch. Oder er hat sich bisher erfolgreich vor mir versteckt. Meine liebe Freundin Andrea hat mich dann mit zu ihrer Bärlauch-Sammelstelle genommen. Wirklich unglaublich, wie so ein paar doch unscheinbare Blätter einen Menschen in Verzücken versetzen können 😀  Vielen lieben Dank, Andrea! Die Bärlauch-Butter schmeckt hervorragend!

Ohne den Bärlauch musste ich die letzten Jahre jedoch nicht auf leckere Kräuterbutter mit Knoblaucharoma verzichten. Es gibt da eine Pflanze, welche man ersatzweise dafür nehmen kann. Und dieser Ersatz ist keineswegs schlechter! Es handelt sich hierbei um die Knoblauchrauke.  Sehr oft wächst sie an den Straßenrändern. Vom Aussehen erinnert sie mich ein wenig an eine Brennnessel. Nur dass die Blätter etwas runder und die Ränder nicht so spitz gezahnt sind. Das Grün ist ein wenig heller. Und auch Härchen sucht man auf den Blättern der Knoblauchrauke vergebens. Weder sind dort welche zur Zierde, noch zum brennen. Die Form der Blätter ist ganz jung noch etwas runder.  Erst wenn die Pflanze größer wird, werden die Blätter etwas spitzer in der Form. Beim Pflücken sollte man aber etwas aufpassen, da sie oft direkt neben Brennnesseln wachsen. Da greift man dann leicht rein. 😉 Um zu testen, ob man wirklich die Knoblauchrauke vor sich hat, zerreibt man einfach ein paar Blätter in der Hand. Dann kann man das leichte Knoblaucharoma wahrnehmen, was die Pflanze für uns interessant macht.

Die weißen Blüten sehen wirklich reizend aus. Und so macht die Knoblauchrauke auch in der Vase eine gute Figur.  Ich würde die Vase aber in der Küche stehen lassen, da der Knoblauchduft immer intensiver wird. Länger als einen Tag bleibt der Strauß bei mir aber nicht stehen. Denn dann rupfe ich die Blätter einfach ab, wasche sie, lasse sie eine Runde in der Salatschleuder drehen und mache mich daran, sie zu zerhacken.  Hier sieht man noch einmal genau die Form der Blätter.  Kurz darauf sehen sie dann so aus . Jetzt duftet es sehr intensiv nach Grün und Knoblauch. Und die Kräuter haben nun die perfekte Form um sie über die weiche Butter zu streuen.  Noch etwas Salz und einen Spritzer Zitronensaft dazu, und dann nur noch rühren.  Wer mag, kann die Kräutermischung auch noch etwas mit jungen Gierschblättern oder Sauerampfer verfeinern. Da stehen den Geschmacksknospen viele Möglichkeiten zur Verfügung! Auf die gleiche Weise habe ich auch meine Bärlauchbutter hergestellt. Dann nur noch in passende Töpfchen verteilen,  Deckel drauf, beschriften  und bis zum nächsten Grilleinsatz in den Tiefkühler damit. Auf dem Foto kann man übrigens sehen, wie ich meine Gefrierdosen beschrifte. Dafür nehme ich einfach übrig gebliebenes Malerkrepp. Es ist billig, mit Kugelschreiber zu beschriften, klebt auf den meisten Oberflächen und, wenn man ein Ende etwas umlegt, hat man auch gleich einen Griff zur einfachen Entfernung. Aber wichtig ist immer noch der Inhalt. Und die Kräuterbutter schmeckt einfach sabbermäßig lecker!

Für mehr Informationen über die Knoblauchrauke, welche auch noch sehr gesund ist, mache ich jetzt noch ein bissel Werbung für ein paar Seiten, welche ich für gut befinde.

Das Heilkräuterlexikon  und die Wildpflanzenliebe sind da sehr informativ.

Und nun, husch! Ab in die Natur mit Dir! Es lohnt sich! Bei der Gelegenheit nimm noch ein paar Löwenzahnblüten mit. Der Honig-Vorrat muss aufgefüllt werden 😉

Advertisements

Was wächst denn da? – Das Scharbockskraut

Auf dem Kalender und bei den Meteorologen ist schon lange Frühlingsanfang, jedoch hat sich die Natur bisher nicht an diese Termine gehalten. Es ist Ende März und der Boden ist immer noch gefroren bei uns. Aber so langsam scheint es doch wärmer zu werden. Die Vögel sind jedenfalls schon aufgeregt Nistmaterial am sammeln. Schneeglöckchen und Krokus ziehen sich allmählich zurück. Jetzt kommt die Zeit des ersten Grüns und der Kräuter.

Noch im letzten Jahr war ich sehr niedergeschlagen, als mir klar wurde, dass ich einfach nicht das Auge für die verschiedenen Pflanzen und Kräuter habe. Mir fehlt einfach die Erfahrung und die Schulung. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich kein Fan von Bitterstoffen bin. Und viele Kräuter schmecken halt etwas bitter. Also habe ich beschlossen, dass ich meine von mir genutzten Kräuter eben auf dem Balkon züchte. Dort kann ich sie wenigstens auseinander halten. Und wenn nicht, kommen Schildchen in die Töpfe. 😉

Dann habe ich meine Bilder sortiert und überrascht festgestellt, dass ich doch ein paar Pflanzen kenne. Sogar mehr, als ich gedacht habe. Deswegen mache ich es so, wie ich es früher mit den Pilzen gemacht habe. Das, was ich kenne, lerne ich noch besser kennen, damit ich gut darüber bescheid weiß. Bei dieser Art Studium fallen einem die Kleinigkeiten auf, die die eine Pflanze von der anderen unterscheidet. Und schon lernt man ein weiteres Gewächs kennen. Kann man diese Pflanze nutzen, für die Küche oder Gesundheit, ist sie für mich noch interessanter. Fangen wir also mit einem früh blühenden Kraut an. Dem Scharbockskraut.

Blühendes Scharbockskraut

Scharbock? Was ist das denn? Scharbock ist ein alter Name für Skorbut. Damals, in der „guten, alten Zeit“, als es weder Supermärkte mit ganzjährigem Obst und Gemüseangebot gab, geschweige denn Pillen mit im Labor hergestellten Vitaminen, waren Krankheiten, welche durch Vitaminmangel verursacht wurden, ziemlich häufig. Damals wusste man halt nur nichts von Vitaminen. Da hatte man nach einem lange Winter Lust auf frisches Grün. Und siehe da, nach dem Genuss wurde man munterer, und besonders half es gegen den Scharbock. Auch zur Vorsorge (getrocknet) war es wirksam. Also hatte das Kraut seinen Namen weg. Erst viel später hat man entdeckt, dass Skorbut durch den Mangel an Vitamin C entstand. Und Scharbockskraut enthält viel von dem Vitamin C. Heute wissen wir auch, dass Vitamin C noch bei vielen, vielen anderen Dingen hilft. Und gerade als Frühjahrskur mit frischem Grün ist es ein hervorragendes Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit. Ein paar Blätter von dem Scharbockskraut in den Salat gestreut, geben dem Ganzen da noch die richtige Würze. Nur übertreiben soll man es mit dem Kraut nicht!

Blätter vom Scharbockskraut

Wieso soll man von dem Kraut nicht zu viel essen? Nun, es enthält ein leichtes Alkaloid. In geringen Mengen (eine Handvoll im Salat) schadet jedoch nicht. Jedoch, je älter die Pflanze wird, desto höher wird der Gehalt dieses leichten Giftes. Spätestens wenn das Scharbockskraut blüht, soll man die Blätter nicht mehr essen.

Das war für mich ein Problem. Ohne Blüten habe ich das Scharbockskraut nicht erkannt. Da heißt es, ein Jahr warten um dann die Stelle aufzusuchen, wo man im Vorjahr das Kraut gefunden hat. Falls man nicht vergessen hat, wo das war. Auch durch Sturm umgefallene Bäume verändern hier und da die Landschaft. Heute hatte ich Glück und habe im Unterholz ein paar von diesen Herz- oder Nierenförmigen Blättern erspäht. Für mich sehen sie wie ein glänzend, grünes Pik aus, welches am Stiel eine deutliche Einkerbung besitzt. Ich muss unbedingt daran denken, morgen einen Beutel zum sammeln mitzunehmen.

Kann man das Scharbockskraut mit einer anderen Pflanze verwechseln? Jepp, kann man. Was die Blätter angeht, gibt es da wohl eine sehr seltene Pflanze in Österreich. Das ist weit weg, weswegen ich das hier vernachlässige. Aber die Blüten habe ich schon einmal verwechselt, erst auf dem zweiten Blick bemerkt, dass es sich um etwas anderes handelt. Wenn ich richtig liege, dann muss es sich hier um das Gänsefingerkraut handeln. Die Blüten leuchten auch so schön gelb, nur ist die Form der Blütenblätter ganz anders.

Gänsefingerkraut???

Die Blätter sehen sogar ganz anders aus. Nur, so auf den ersten Blick, wer achtet in so einem Blätterteppich darauf? Ein Zeichen, dass man sich genügend Zeit nehmen sollte! Dann gibt es auch kein Bauchweh. Für mich ist dieses Wissen aber immer wieder interessant. Wer weiß, ob man dieses Wissen nicht einmal braucht? Und wenn es auch noch schmeckt, so heiße ich diese Abwechslung in der Küche herzlich willkommen!

Also bitte ganz genau hinsehen! 

 

Für mehr Informationen habe ich da noch zwei tolle Seiten im Netz gefunden. Zum einen ist da das Heilkräuter-Lexikon. Immer wieder lehrreich, dort reinzugucken. Und dann noch die Seite Wildkräutergarten. Dort findet man auch Rezepte zu den Kräutern. Viel Spaß bei suchen, sammeln und genießen!

Berliner Brot nach Mamas Rezept

Die Adventszeit rennt dieses Jahr. Dazu schlägt das Wetter gerade auch einige Kapriolen, so dass die Zeit noch knapper wird. In solchen Situationen mag ich Plätzchen, welche schnell gemacht sind. So wie das Berliner Brot nach dem Rezept meiner Mama. Ich mag diesen nussig-schokoladigen Geschmack. Die Kekse sind nicht zu hart und die Schokostücke geben den knackigen Effekt.

Aber von Anfang an. Erst mal das Rezept:

  • 2-3 Eier
  • 250 g Zucker
  • 250 g gemahlene Nüsse oder Mandeln
  • 1 TL Zimt
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 250 g Mehl
  • 70 – 80 g geriebene Schokolade

Als erstes zerbrösel ich die (dunkle) Kuvertüre in die passende Größe.  Das mache ich mit einem scharfen Messer. Zum einen geht das schneller, und zum anderen entstehen dabei auch schöne Bröckchen. Und wie man sehen kann, nehme ich auch ein wenig mehr Schokolade als angegeben. In diesem Fall war es eine ganze Packung Kuvertüre… *hüstel…*  Die Schokolade zur Seite stellen und dann als nächstes ein Eiweiß zu steifen Schnee schlagen. Weil man Eischnee mit sauberen Quirlen schlagen soll, mache ich das als erstes. Den Eischnee, wie die Schokolade, zur Seite stellen. Das übrig gebliebene Eigelb einfach mit in den Teig schmuggeln. Das fällt nicht weiter auf. 😉

Auf zum Teig. Die Eier mit 2-3 EL Wasser schaumig schlagen.  Das mit dem schaumig schlagen bitte sehr ernst nehmen. Weil, desto besser lassen sich später die anderen Zutaten untermengen. Und ich bilde mir ein, dass die Kekse später lockerer werden. Mit dem Zucker zusammen dann richtig dick schaumig aufschlagen.  In einer zweiten Schüssel bis auf die Schokolade alle trockenen Zutaten mischen. Also Nüsse (Hier kann man prima Reste verwenden, die von anderen Rezepten über geblieben sind. Bei mir waren es Mandeln und Haselnüsse.), Zimt, Backpulver und Salz.  Alles vermengen und dann noch das Mehl darunter mischen.  Diese Mischung dann nach und nach unter das Zuckergemisch rühren.  Ich hoffe, du hast einen guten Mixer. Denn das wird wirklich anstrengend für ihn. Am Ende dann noch die Schokolade unterrühren.  Mit einem Teigschaber dann die Masse auf ein gefettetes Backblech streichen. Bitte, kein Backpapier! Das hält nämlich das Verteilen der Masse nicht aus. Selbst ohne rutschiges Papier kommt man leicht an einen Punkt, wo man die Teigmasse samt Blech aus dem Fenster werfen möchte, weil es so eine klebrige Angelegenheit ist.  JETZT ist der Zeitpunkt für meine Geheimwaffe, den Eischnee. Mit einem (Silikon-)Pinsel einfach einen Klecks auf dem Teig verteilen,  und schon rutscht auch der Teigschaber leichter über die Teigoberfläche. Den Teig nicht zu dünn verstreichen und am Ende die Oberfläche noch schön mit dem Pinsel und Eischnee glatt streichen.  Laut Rezept muss der Teig nun 20 Minuten bei starker Hitze backen. Ich backe ihn lieber ca. 20 Minuten bei 160° und dann noch ein paar Minuten bei 175°. Am Ende soll er schön gebräunt aus dem Ofen kommen.  Wer ganz sicher gehen will, kann noch die Stäbchenprobe machen. Den Teig noch auf dem Blech in passende Stücke schneiden, diese mit geschmolzener Kuvertüre bestreichen und das ganze auskühlen lassen.  Spätestens dieser Anblick lässt mich den Kampf mit der klebrigen Masse schnell vergessen. Und sie schmecken so lecker, das ich vor Weihnachten meist noch eine weitere Portion backen muss. So ein Stück Berliner Brot passt halt nicht nur prima zum Kaffee, sondern ist fast eine kleine Zwischenmahlzeit. Die Nüsse geben so richtig Energie. Wer kann vor Weihnachten schließlich keine leckere Energie gebrauchen? Und wenn ich beim naschen die Augen schließe, sehe ich immer meine Mama vor mir, wie sie mir bei der Mengenangabe für die Schokolade verschmitzt zuzwinkert 😉

Im Pilze-Sammel-Rausch

Ich bin im Pilze-Sammel-Rausch. Nach dem letzten, sehr enttäuschenden Jahr, beschenkt uns die Natur in diesem Jahr mit Pilzen aller Art und in rauen Mengen. Im August fing es langsam an. Ein paar auffällige, allerdings mir unbekannte Arten machten den Anfang.

Eine Täublingsart? 

Aber man muss ja nicht unbedingt die Namen kennen, um die Schönheit zu bewundern. Und außer fotografieren, ist das bitte das einzige, was man mit unbekannten Pilzen machen sollte. Ich kann es einfach nicht oft genug sagen: Kennst du den Pilz nicht, dann lasse ihn im Wald! Und er muss auch nicht umgetreten oder anderweitig zerstört werden. Zu oft sehe ich zertrampelte Pilze am Wegesrand. Wieso macht man so etwas? Ich werde das nie verstehen. Dabei macht es viel mehr Freude, die unterschiedlichen Formen zu erkunden, bewundern und im Bild festzuhalten.

Weiße Pilzschönheiten im dunklen Forst  

Gesammelt habe ich dann aber wieder die mir vertrauten und bevorzugten Arten, über welche ich bereits in meinem Beitrag Pilze sammeln gesprochen habe. Und in diesem Jahr gab es reichlich von meinen Lieblingen zu finden. Jede Menge Hexenröhrlinge waren dabei. Und natürlich die allseits beliebten Maronen. Aber auch die Birkenrotkappe und der Birkenpilz haben sich hier und da gezeigt.

Flockenstieliger Hexenröhrling

Maronen-Röhrling

Birkenrotkappe

 

Birkenpilz im Netzschleier

Zwischendurch hat mir immer mal wieder ein vorwitziger Fliegenpilz ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Junger Fliegenpilz

 

 

 

 

 

Oder ich habe mir mal eine andere Sorte genauer angesehen. So etwas wie den Gold-Röhrling zum Beispiel. Das soll ein sehr schmackhafter Speisepilz sein. Jedoch mag ich die immer schleimige Hutschicht nicht so wirklich. Wegen dem schleimigen Hut, dem Ring am Stiel und dass er nur unter Lärchen zu finden ist, machen ihn zu einem Pilz, welchen man leicht erkennen kann. Für denjenigen, der ihn in seinen Korb legen will, deswegen mal ein paar genauere Bilder.

Goldröhrling mit schleimiger Hutschicht

Goldröhrling mit erkennbarem Ring am Stiel

Röhren des Goldröhrlings

 

 

 

 

 

Neben dem Pfifferling ist der heimliche Favorit jedoch immer noch der Steinpilz.

Ein perfekter Steinpilz

Nicht immer sehen sie so schön und perfekt aus. Meist haben die Exemplare des Herrenpilzes, wie er auch heißt, deutliche Fraßspuren. Aber da kann man drumherum schneiden. 😀

Gesammelte Pilze

Wenn ich genug getrocknet habe, oder der Beutel besonders gut gefüllt ist, landet auch schon mal eine bunte Mischung verschiedenster Pilze mit Zwiebeln und ein paar Eiern in der Pfanne. Schnell, einfach, sättigend und echt lecker!

Zwiebel anbraten, Eier aufschlagen, geschnittene Pilze bereit stellen

Die Pilze zu den Zwiebeln geben, gut salzen, bissel Pfeffer dazu. Eier mit Petersilie und Majoran verklempern 

Wenn Pilze und Zwiebel schön braun sind…

 

 

…die Eier dazu kippen, kurz verrühren und stocken lassen, evt. wenden.

Mit Baguette oder Toast genießen. Guten Appetit!

 

 

Nach so einer Mahlzeit hat man dann auch wieder genug Energie für eine neue Sammelrunde. Weil, der Hallimasch ist mittlerweile auch ans Licht gekommen!

Hallimasch

 

 

Wenn man Glück hat, haben sie sich Rückenfreundlich auf einem alten Baumstamm angesiedelt.

Ein Baumstamm voller Hallimasch

 

 

Aber meistens wachsen sie auf der Erde auf und an Baumstümpfen.

Hallimasch auf einem Baumstumpf

Solange genug vorhanden sind, um die Körbe zu füllen, ist alles in Ordnung 🙂

Körbe voller Hallimasch

Wie Hallimasch verarbeitet werden, habe ich hier beschrieben. Mit den Hallimasch ist das Pilzejahr dann auch langsam zu Ende. Natürlich findet sich hier und da immer noch ein besonderes Exemplar. Ob nun essbar, oder einfach nur schön anzusehen, ist fast schon egal. Jedenfalls für mich. Denn an dem Pilz-Rührei habe ich mich doch ein wenig überfuttert 😀  Trotzdem habe ich mich sehr über meine allererste Krause Glucke gefreut!

Krause Glucke mit Handy zum Größenvergleich

Leider war sie schon älter. Deswegen habe ich sie stehen gelassen. Sie soll aber sehr gut schmecken! Beim nächsten Mal habe ich vielleicht mehr Glück. Dann werde ich ein paar Scheiben davon in die Pfanne befördern und probieren.

Sie wachsen übrigens immer unter Kiefern. Bei der Größe sind sie auch gut zu sehen!

 

Hin und wieder macht es ja auch Spaß mal den Kopf zu heben und die Aussicht zu genießen. Weil, es ist Herbst! Die Zeit des bunten Laubes, blauen Himmels und der erdigen Gerüche. Eine Zeit, die viel zu schnell vorbei geht. Hach, ich liebe den Herbst!

Herbstwald

 

Ist der Sommer schon vorbei???

Wann sind die Tage so kurz geworden? Wann habe ich die Heizung angestellt? Wer hat die Blätter am Baum angemalt?

Nun, es ist ja nicht so, dass ich die Zeichen der Zeit nicht sehen würde. Auch das Datum sagt, dass der Herbst angefangen hat. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich erst gestern noch eine Schüssel Erdbeeren auf meinem Balkon gepflückt habe.  Und auch jetzt erfreuen mich die Pflanzen mit wunderschönen, großen Blüten.  Leider werden aus diesen Blüten nur noch selten große, rote Früchte. Kühle Nächte und feuchte Witterung lassen sie meist schneller faulen als reifen. Meine Gurkenpflanze hat im August auch nochmal richtig Gas gegeben.  Aber plötzlich werden die Blätter braun und unansehnlich.  Nun ja, mittlerweile habe ich sowieso mehr Appetit auf etwas deftigeres. Was mich betrifft, ist das immer ein Zeichen dafür, dass die Jahreszeit sich ändert. 😀

In diesem Sommer bin ich viel mit den Hunden gelaufen. Denn das hilft mir, den Kopf frei zu kriegen. Meine Gedanken haben mich in diesem Jahr mehr als sonst beschäftigt. Da brauchte es hin und wieder eine schöne Fernsicht , um das Gedankenkarussel zu stoppen. Und ich finde es immer wieder spannend zu beobachten, was und wie viel Leben um einen herum ist. Manchmal hat man Glück und das entdeckte Tier hält lange genug still, damit ich es fotografieren kann. So wie diese hübsche Eidechse hier.  Einmal war mir eine Ringelnatter behilflich und hat einen Laubfrosch für mich festgehalten, damit ich ihn fotografieren kann. Ohne die Natter hätte ich ihn sicher nicht bemerkt.  Na? Könnt ihr die beiden sehen?  Ohne Blitzlicht sind die Konturen etwas besser. Der Frosch ist anschließen übrigens entkommen. 😉

Auch andere Tiere haben den Naturliebhaber in mir erfreut. Noch vor einigen Jahren war ich dankbar, wenn ich mal EINEN Hasen gesehen habe.  Aber der Bestand hat sich etwas erholt, und so kann man auch mal mehrere Hasen beim abendlichen rumtoben beobachten.  Wenn meist auch nur aus der Ferne, da sie doch sehr aufmerksam sind. Gestresste Rehmütter sind da weniger aufmerksam.  Diese Ricke hier war so vertieft beim äsen, dass sie weder mich noch die Hunde bemerkt hat. Kitze groß ziehen, kostet Kraft. Da muss man jede Gelegenheit zur Nahrungsaufnahme so gut wie möglich nutzen. Irgendwann sind die süßen Kleinen ja groß, dann wird es einfacher. 

Eichhorn  und Blindschleiche  habe ich ebenfalls oft beobachtet. Und, wenn möglich, wurden meine Fotoobjekte genau von den Hunden in Augenschein genommen.  Könnte sich ja um etwas essbares handeln… 😉  Im August hat dann auch noch ein Paar Ringeltauben in der Linde, gegenüber von meinem Balkon, ein Nest gebaut und angefangen zu brüten. Die haben anscheinend auch nicht daran geglaubt, dass der Sommer schon vorbei ist.  Sturm und Regen haben sie getrotzt, sind stur auf dem Nest sitzen geblieben, um dann zwei Küken mit lächerlich großen Schnäbeln in diese Welt zu verhelfen.  Mittlerweile habe ich die Altvögel seit zwei Tagen nicht mehr gesehen. Nach vielem Flauschfederzupfen und Flügelschlagen, hat der Ringeltaubennachwuchs heute die ersten Flugversuche unternommen.  Ich bin gespannt, wann sie den Baum verlassen. Irgendwie sind sie mir ja ans Herz gewachsen. Auch wenn ich nichts gegen Taubenbrüstchen in einer schönen Pilzrahmsoße einzuwenden hätte – *hüstel* – so wird es mir doch sicher fehlen, sie nicht mehr zu beobachten.

Apropos Pilze…. Gibt es davon nicht Unmengen dieses Jahr zu finden? Man hat das Gefühl, die treten ständig in Rudeln auf.  Auch der Holunder scheint einen für das letzte, schlechte Jahr entschädigen zu wollen.  Irgendwie bin ich ständig etwas am sammeln. 

Ja, ok, ich habe es kapiert. Der Sommer ist zu Ende und der Herbst hat angefangen. Zeit, meinen Balkon aufzuräumen und den Gartenstuhl auf den Speicher zu verstauen. Genießen wir noch ein wenig die Zeit der warmen Tage und kühlen Nächte, bevor es ungemütlich wird. Aber dann habe ich auch wieder mehr Zeit zum schreiben. Schließlich gibt es viel zu erzählen! 🙂

 

365 Tage ohne meets Frau Maier – Moderne Stilberatung

Ja, es ist wahr. Über die 365 Tage ohne-Challenge wird geredet. In diesem Fall wurde ich sogar um ein Interview gebeten! Für mich eine richtige Premiere. Umso aufgeregter habe ich der Veröffentlichung entgegen gefiebert. Aber von Anfang an…

Wie du vielleicht mitbekommen hast, schwärme ich in der letzten Zeit von Frau Maier – Moderne Stilberatung. Besonders geflasht hat mich die 5-Tage-Stilmission. (Davon soll es übrigens eine Wiederholung geben. 😉 ) Es waren aufregende Tage! Dabei ist mir aufgefallen, mit was für einem eingeschränkten Blick wir in den Spiegel schauen, oder in den Kleiderschrank greifen. Da laufen wir nicht nur mit Scheuklappen rum, sondern auch noch mit einem dicken Balken vor den Augen. Und sollten wir tatsächlich etwas sehen, dann garantiert nur das, was wir NICHT gut an uns finden. Auch die Phantasie, mit der wir unsere Kleidung zusammenstellen, leidet unter der Gleichförmigkeit des Alltags. Und da mein Kleiderschrank ja immer noch nicht so gefüllt ist, wie ich es gerne hätte, kam dieser Anstoß genau richtig. Damit es aber nicht nur ein Anstoß bleibt, muss man dran bleiben. Seinen Stil, seine eigene, ganz persönliche Kleidermischung finden, ist ein Prozess. Und wie beim Sport ist es hilfreich, wenn man einen guten Trainer an der Seite hat. Denn genaugenommen ist es ein Training. Es dauert, bis man den Blick für „das Richtige“ hat. Deswegen war ich überglücklich, dass ich jetzt auch noch die Gelegenheit bekommen habe, beim 8-Wochen Stilkurs mitzumachen. Das ist übrigens der Grund, wieso ich im Moment etwas ruhiger hier bin.

Da die Katharina, Frau Maier, auch noch eine absolut herzliche, liebe und mitreißende Person ist, fällt es leicht mit ihr ins Gespräch zu kommen. Auch wenn diese Gespräche bisher nur virtuell abgelaufen sind. Als ich dann eines Tages ein Posting auf Facebook von ihr kommentierte und dabei die 365-Tage-Challenge erwähnte, kam von ihr spontan die Frage, ob ich dazu nicht etwas schreiben möchte. Klar schreibe ich gerne! Ich meine, du kennst mich. Eines der wichtigsten Dinge, die ich in der Schule gelernt habe, ist das schreiben mit 10-Fingern. Damit bin ich fast so schnell wie mit meinem Mundwerk. Aber dass das dann auch noch bei einer so großen Seite veröffentlicht werden soll, hat doch Herzklopfen verursacht. Und jetzt ist es endlich soweit! Ich bin sehr gespannt, wie es dir gefällt! 😀

Wie 365 Tage OHNE selbstsicher und stolz machen  (<- drauf klicken)

Und während ich nun auf ein Feedback von Dir warte, schneide ich noch ein bisschen Stoff zu. Am liebsten würde ich jetzt ständig an der Nähmaschine sitzen. Wieso? Weil ich ganz langsam weiß, was ich (an Kleidung) haben will. Ich habe Lust auf Experimente. Lust auf mehr als nur das Notwendige. Trotzdem konzentriere ich mich jetzt erst mal auf die Basisgarderobe, selbst wenn es mir schwer fällt. Und was braucht man bei diesen Temperaturen? Genau. T-Shirts. Nicht mehr lange, und ich kann endlich die letzten Reste der gekauften Kompromisse aus dem Schrank entsorgen. Dann liegen und hängen da nämlich nur noch die echten Wohlfühl-Teile! 

Und zum Abschluss habe ich noch das Fazit der Challenge von PiexSu. Kristin hat die Challenge ja ins Leben gerufen. Für sie und auch für viele andere Teilnehmer der Challenge ist es mittlerweile ziemlich normal geworden, die benötigte Kleidung zu nähen. Und selbst die, die nicht so ganz durchgehalten haben, gehen bewusster einkaufen. Und das ist doch ein Erfolg, oder?

Bewusst (Stoff) einkaufen ist auch für die liebe Bettina von Tina’s bunte Welt normal geworden. Genau wie jetzt ich, hat sie den Kurs bei Frau Maier schon besucht. Und es ist absolut genial zu beobachten, wie sehr sich ihr Kleidungsstil seitdem wandelt. Sie strahlt ohne dabei lachen zu müssen. Einfach nur, weil sie jetzt Farben wählt, die einfach zu ihr als Persönlichkeit passen. Zudem ist sie eine Meisterin an der Nadel. Es lohnt sich wirklich, mal bei ihr vorbei zu schauen!

Schnittmuster erstellen mit Hilfe von kaidso Onlinekurs

Wer selber näht, macht das aus vielerlei Gründen. Der eine hat einfach Freude am nähen, der andere will seine Kreativität ausleben, der nächste findet keine Kaufkleidung die ihm gefällt, und dann gibt es noch diejenigen, deren Körper nicht ganz in Konfektionsmaße rein passt. Letzterer muss dann aber feststellen, dass auch die gängigen Schnittmuster oft angepasst werden müssen, damit sie für die eigenen Körperformen geeignet sind. Da ist es ganz normal, dass man irgendwann anfängt zu überlegen, ob man da nicht gleich seine eigenen Schnittmuster entwerfen sollte. Nur, wie fängt man da an? Will man dafür nicht extra das Haus verlassen, kann man dafür im Internet diverse Kurse erwerben. Wenn man sich vorher ein wenig über Schnittmustererstellung informiert hat, dann hat man schon ein gewisses Maß an Respekt vor dieser Arbeit. Ist es also möglich, mit Hilfe eines Videokurses, ein Schnittmuster zu erstellen?

Svenja Köhler von kaidso Onlinekurse verspricht, dass das wirklich jeder lernen kann. Und auch, dass das ganz einfach ist. Und um mir das zu beweisen, hat sie mir angeboten ihren Grundkurs zur Schnitterstellung für ein Tank Top zu testen. Weil ich mich über diese Gelegenheit sehr freue, ist es mir hoffentlich gestattet, dass ich hier ein bissel Werbung mache. 🙂

Svenja ist eine sehr charmante, spritzige, junge Frau, welche mit Begeisterung bei der Sache ist. Diese Begeisterung merkt man auch im Videokurs deutlich. Ich fand das wirklich sehr süß, wie sie ständig vergisst Luft zu holen, weil sie einem so viel erzählen will. Obwohl es den Anschein macht, dass sie wirr und ohne Punkt und Komma spricht, verliert sie nie den roten Faden. Und tatsächlich, ich habe verstanden was sie mir beibringen will. Ich habe mir den Kurs einmal angesehen, dabei Notizen gemacht und später nur noch einzelne Sequenzen rausgesucht um mich selber zu überprüfen, ob ich alles richtig gemacht habe. Wobei das „richtig“ hier nicht so ernst genommen wird. Eigentlich bekommt man eine Grundlage mit der man unendlich spielen kann. Immer wieder ermuntert Svenja einen, etwas auszutesten, die Phantasie zu benutzen und seinem Gefühl zu folgen. Ein wirkliches Muss gibt es nicht. Wer exakte Anweisungen braucht, gerade Linien und vorgegebene Kurven, ist hier falsch. Vorgegeben ist nur die eigene Körperform und das Kleidungsstück, was man herstellen möchte. Und dafür gibt es dann noch praktische Tipps. Nachdem ich mich also nach Anweisung vermessen und die Zahlen im praktischen Vordruck eingetragen habe, ging es dann ans zeichnen.  Zum Glück hatte ich noch genügend Packpapier im Haus. Es hat mich nur furchtbar genervt, dass sich das ständig aufgerollt hat. Später habe ich es gebügelt. Sollte ich vielleicht in Zukunft zuerst machen. 😀 Anhand der Maße entwickelt sich dann wie von Zauberhand die Silhouette eines Schnittmusters.  Und plötzlich liegt die Vorlage vor einem.  Sieht einem Tank Top ja schon mal ähnlich. Also schnell auf Stoff übertragen, ausschneiden, ein paar schnelle Nähte und schon steht die erste Anprobe an.  Bitte mal nicht auf meine Haushalts-Hunderunden-Waldfrisur achten… Davon mal abgesehen, sieht es doch gar nicht so schlecht aus. Einen Moment habe ich noch überlegt, ob ich einen Abnäher mache, habe mich aber dann dagegen entschieden.  Ich war neugierig, ob die Ecke mit den Bündchen verschwindet, oder nicht. Am längsten hat dann wirklich die Fummelei mit den Bündchen gedauert. Das lag aber am Stoff, und dass dieser sich ständig eingerollt hat. Am Saum habe ich mir das Bündchen dann gespart. Nur gesäumt und umgenäht. Tadaa, mein erstes, selbst entworfenes Kleidungsstück.  Beim nächsten Mal könnte ich den Ausschnitt etwas tiefer setzen. Und für mich werde ich auch Abnäher einbauen. Damit das Shirt noch besser sitzt.  Ein paar Zentimeter kürzer sähen vielleicht auch vorteilhafter aus. Dafür muss ich an diesem Shirt nicht ständig rumzupfeln weil es immer hoch rutscht. Und ich kann den Ausschnitt so tief gestalten, wie ICH es möchte. Bei den gekauften Tops hüpft ständig was raus. Aber darum geht es jetzt ja nicht. Auch nicht um hübsche Bilder. Wichtig ist, es funktioniert! Mit Maßband, Stift und Papier kann man ganz einfach ein Schnittmuster erstellen. Für mich als Anfänger auf diesem Gebiet ein echtes Erfolgserlebnis!

Svenja, Du hast Recht gehabt. Es ist einfach. Und es macht Mut und weckt die Lust auf mehr. Und dann mache ich Dir auch extra schöne Bilder zum zeigen. 😀  Noch einmal vielen Dank für die Gelegenheit zu diesem Test!

365 Tage ohne – Das Jahr ist um!!

Heute vor einem Jahr ist die Challenge #365tageohne gestartet. Ein ganzes Jahr keine Klamotten kaufen, lautete die Aufgabe. Weil wir eine Gruppe von HobbyschneiderInnen waren, wollten wir statt dessen alles benötigte selber nähen. Nur ein paar Ausnahmen waren erlaubt. Aber auch da haben wir uns auf maximal fünf Dinge beschränkt. Wir wollten uns nicht kasteien, sondern ein neues Bewusstsein für Konsum bekommen. Es haben sich auch welche angeschlossen, die „nur“ einen übervollen Kleiderschrank besitzen. Der eine oder andere hatte schon vor uns mit der Challenge gestartet. Und die Nachzügler waren/sind uns auch willkommen.

In der dazu gehörenden Facebook-Gruppe war leider irgendwann kaum noch was los. Da keine Nähgruppe, wollten wir die Pinnwand nicht mit genadelten Stücken zupflastern. Und dann fiel kaum noch jemandem eine Variation von „ich habe diese Woche nichts gekauft“ ein. Auch mir gingen zwischendurch die Ideen für passende und interessante Beiträge zu dem Thema aus. Dazu kam noch, dass gelieferte Informationen über Fast-Fashion, Herstellungsverfahren, Arbeitsbedingungen und Umweltverschmutzung bei der Stoffherstellung , zumindest für mich, oft verstörend und erschreckend gewesen sind. Ich kann nur von mir persönlich sprechen, aber ich fühle mich schuldig, weil ich zu all diesen Dingen durch mein Konsumverhalten beigetragen habe. Auch ein Gefühl von Machtlosigkeit kommt immer mal wieder hoch. Die große Welt kann ich nicht retten. Aber ich kann bei mir selber anfangen, vor meiner Haustüre. Deswegen ist meine Begeisterung für diese Challenge immer noch auf einem sehr hohen Niveau! Einige Mädels haben nicht durchgehalten und sind aus der Gruppe ausgetreten. Vielleicht war es ihnen auch nur in der Gruppe zu langweilig. Ich weiß es nicht. Andere haben nichts mehr geschrieben weil sich ihr Leben verändert hat. Die Prioritäten liegen gerade woanders. Aber weil sie nichts schreiben, heißt das nicht, dass sie aufgegeben haben.

Wie habe ich nun dieses Jahr erlebt? Nun, am Anfang war ich sehr aufgeregt. Und voller Tatendrang. Und auch ziemlich nervös. Normal rede ich über große Vorhaben nicht öffentlich. Für den Fall, dass ich es nicht schaffe. 😉 Auch hatte ich ein bisschen Angst, dass man mich belächelt. Zum Glück besitze ich ziemlich höfliche Freunde und Bekannte. Ich bekam mehr Zustimmung zu diesem Projekt, als ich gerechnet habe. Hier und da kam ein harmloser Witz. Die negativste Reaktion war ein „Ah ja“, gefolgt von einem leicht mitleidigen Blick. Umso schöner dann die Reaktion in genau diesen Gesichtern, wenn sie das von mir getragene Teil nicht als selbst genäht erkannt haben (heheee…). Mein Ziel, in diesem Jahr eine komplette neue Garderobe zu nähen, habe ich nicht geschafft. Zu oft habe ich mich von Alltag, Internet, Fernsehen oder anderen, in dem Moment reizvolleren Aufgaben ablenken lassen. Aber mein fast leerer Kleiderschrank    ist nun doch ein wenig voller geworden   . Meine Nähmaschine, welche ich doch nun schon einige Jahre besitze, habe ich dabei besser kennen gelernt. Ehrlich, ich hatte keine Ahnung, dass sie SO VIELE Funktionen hat! Auch wusste ich nicht, dass die Nähte so viel besser werden, wenn man ein wenig mutiger an der Fadenspannung spielt. Es ist lange her, dass ich so viele Probenähte an Stoffresten gemacht habe. Nach jedem neuen Kleidungsstück wurde mein Blick konzentrierter. Welcher Ausschnitt passt zu mir? Welche Farben schmeicheln meinem Hautton? Wo ist der Kontrast vom andersfarbigen Bündchen zu hart? Welche Länge streckt und welche staucht? Was gefällt mir an welchem Schnittmuster am besten? Wo sollte ich etwas anpassen? Ich meine, ich habe sehr viel theoretisches Wissen. Jetzt habe ich endlich etwas davon in die Praxis umgesetzt. Meine Arbeit strotzt sicher noch von Fehlern, aber ich bin stolz wie Oskar! Zudem habe ich jetzt wirklich Freude an einem Kleidungsstück.

Ist es mir schwer gefallen, darauf zu verzichten Kleidung zu kaufen? Ja und nein. Ich meine, in den meisten von uns steckt doch eine kleine Pretty Woman, die davon träumt, dass ein Richard Gere vorbei kommt um uns einen Einkaufsrausch vom Feinsten zu spendieren. Stimmt doch, oder??!! Dummerweise habe ich nicht die Figur von Julia Roberts. Gerne hätte ich mehr Kleider. Da mein Oberkörper aber etwas länger ist, sitzt die Taille meist auf den Rippen. Dann habe ich in meinem Job oft körperlich hart arbeiten müssen. Also habe ich ein „breites Kreuz“ und kräftige Arme. Manchmal komme ich damit zwar in eine Jacke hinein, darf dabei aber nichts weiteres darunter tragen. Und bloß nicht bewegen! Sonst reißt die Rückennaht. Und auch heute, mit fülligerer Mitte, passiert es, dass etwas über die Hüften passt, um die Taille aber viel zu weit ist  . Ich weiche also in vielen Bereichen von der Norm-Konfektionsgröße ab. Das Ergebnis war dann meist Frust im grellen Licht der engen Umkleidekabine. Mal ganz davon abgesehen, dass ich das, was mir wirklich gefällt, oft nicht bezahlen kann. Also bin ich eigentlich nur einkaufen gegangen weil ich kann ja nicht nackt rumrennen. Dann aber am besten nur im Vorbeigehen. Bei jedem Ausflug in die Welt der Supermärkte und Einkaufszentren die Augen offen halten, auf den Glücksfall hoffend etwas zu finden, das einigermaßen gefällt, passt und nicht zu teuer ist. Und eigentlich immer war es ein Kompromiss. Dieses suchende Verhalten abzustellen, war am Anfang etwas seltsam. Dann wurde es normal, und am Ende sogar befreiend. Ich brauche das nicht mehr! Höchstens noch bei den Dingen, die ich nicht selbst herstellen kann. Von den Dingen, die auf meiner Ausnahme-Liste gestanden haben, habe ich auch nur etwas Unterwäsche, Socken und eine Jeans gekauft.

Hatte dieses Jahr noch andere Auswirkungen? Eindeutig ja. In dem Wissen, dass mein Konsum-/Verhalten auch dazu führen kann, dass andere ausgebeutet werden, oder die Umwelt schädigt, kaufe ich bewusster ein denn je. Deswegen überlege ich mindestens 3x, ob ich das, was ich kaufen will, auch wirklich brauche. Und bevor ich kaufe, überlege ich, ob es eine Alternative gibt. Das spart tatsächlich Geld! In meinem Fall z.B. besonders bei den Nähzeitschriften. Da habe ich mir früher immer mindestens eine im Monat gegönnt. Mittlerweile kann ich diese liegen lassen, ohne ein Gefühl des Verzichts zu empfinden. Ich meine, Schnittmuster habe ich ja nun wirklich genug. 😉  Wenn ich etwas erwerben muss, dann versuche ich die beste Qualität zu bekommen, die ich mir leisten kann. Wie man mittlerweile weiß, werden die billigsten Klamotten oft in derselben Fabrik hergestellt wie teure Markenkleidung. Aber da könnte man z.B. anfangen darauf zu achten, ob der Stoff aus Umweltfreundlichen Materialien hergestellt wurde. Und dann kann man dieses Kleidungsstück pflegen, damit es lange hält. Und damit man dieses auch gerne und lange trägt, sollte man anfangen zu überlegen, was wirklich zu einem passt. Also unabhängig davon, was gerade „in“ ist. Das ist mit ein Grund, wieso ich mich gerade intensiver mit dem Thema Stilfindung auseinander setze.

Wie geht es nun weiter? Dass das Jahr vorbei ist, bedeutet nicht, dass ich jetzt wieder in die Konsumtempel marschiere und aufhöre zu nähen. Im Gegenteil. Mein Konsumverzicht bezüglich Kleidung hat mich entspannter werden lassen. Dann ist mein Ehrgeiz geweckt. Zum einen will ich die richtigen Schnittmuster für mich finden und meine Nähkenntnisse erweitern. Stoff zum üben habe ich noch genug. Mit den richtigen Schnitten kann ich mir dann aus hochwertigen Stoffen eine Garderobe nähen, die meine Persönlichkeit unterstreicht, bequem ist und gut aussieht. Dann möchte ich austesten, ob es einfacher ist, einen fertigen Schnitt zu nehmen, oder diesen selber zu erstellen. Ganz besonders aufgeregt bin ich über die Möglichkeit, im Mai bei Frau Maier – Moderne Stilberatung bei dem 8-Wochen-Kurs dabei sein zu dürfen. Das wird sicher eine spannende Reise! Darüber berichte ich dann aber an anderer Stelle. Bevor mein Beitrag endgültig zu einem Roman ausartet, komme ich besser langsam zum Ende. Auch wenn ich gerade zu gerne darüber berichten möchte, wie ich mich darauf vorbereite!  Billy und Atze beobachten mich dabei übrigens ganz genau… 😉

Ich bin sehr froh, dass ich mich auf das Experiment #365tageohne eingelassen habe. Ich habe dazu gelernt. Ich wurde verantwortungsbewusster, entspannter und selbstbewusster. Ich durfte die Erfahrung machen, dass ich reicher bin, als ich dachte. Ich konnte mir beweisen, dass ich mir selber helfen kann. Ich durfte etwas erschaffen, was mir Freude bereitet (3 T-Shirts, 6 Langarm-Shirts, 1 Rock, 2 Pullis, 1 Jacke und einiges, was nichts mit Kleidung zu tun hat). Ich habe meine Lebensweise umgestellt, ohne das Gefühl zu haben, verzichten zu müssen. Und vielleicht konnte ich dazu beitragen, die Welt ein klein wenig besser zu machen. Und sei es nur durch Inspiration!

Wie ist deine Wahrnehmung von dir selbst?

Wann hast du das letzte Mal in den Spiegel geguckt? Wie hast du dich angesehen? Hat dir gefallen, was du gesehen hast? Oder hast du dich auf die kritischen Punkte konzentriert? Bist du zufrieden, mit dem was du gesehen hast? Oder bist du mit dir ins Gericht gegangen? Hast du dich richtig wahrgenommen? Oder war es nur das übliche kontrollieren, ob man „alltagstauglich“ zurecht gemacht ist? Was für Gedanken gehen dir durch den Kopf, wenn du dich ansiehst?

Wie ich jetzt darauf komme? Nun, neulich bin ich mal wieder über etwas im Internet gestolpert. Und zwar eine Einladung zu einem kostenlosem Webinar mit Thema Stilfindung. Nun gut, wenn es nichts kostet, kann man sich das mal ansehen. Aber ob das was bringt? Zwar suche ich schon mein halbes Leben nach MEINEM Stil, habe dazu auch schon viel gelesen, aber in erster Linie achte ich mehr auf das praktische. Sind alle wichtigen Körperteile bedeckt? Einfache Reinigung? Ist es bequem? Kann ich damit in den Wald? Ist es dem Wetter angepasst? So was eben. Zudem fühle ich mich bei den ganzen Tipps zum Thema Stil nicht unbedingt angesprochen. Entweder bin ich zu alt, oder nicht schlank genug. Wohne in der falschen Ecke oder habe nicht den passenden Beruf. Auch habe ich keine Lust alle drei Monate die komplette Garderobe zu wechseln. Nur, neugierig war ich dann schon. Denn, es wurde gesagt, dass genau das in der Beratung keine Rolle spielt. Am besten, du guckst dir die Seite von Frau Maier – Moderne Stilberatung einmal selber an. Das Webinar habe ich mitgemacht und seitdem wirbeln in meinem Kopf die Gedanken.

Wann habe ich mich das letzte Mal schön gefühlt? Ich meine, ich habe Kleidung, in der ich mich wohl fühle. Aber schön? Bin ich (noch) schön? Ein Tipp aus dem Webinar beschäftigt mich besonders. „Setz oder stell dich vor den Spiegel, schaue dich an und suche etwas das dir an dir gefällt. Und wenn es nur das Ohrläppchen ist!“ Interessant, oder? Hast du schon mal überlegt, was dir an dir gefällt? Natürlich habe ich mich direkt in Unterwäsche vor den Spiegel gestellt. Aber alles, was ich gesehen habe, war mein dicker Bauch. Voll mit dekorativen Speckrollen, welche an ein knubbeliges Kopfkissen erinnern. Verflucht, wo ist meine Taille hin?!? Immerhin halte ich seitdem Diät. Ich habe die zu verzehrenden Kalorien reduziert und die Verbrennung (zusätzliche Hunderunde am Tag) erhöht. Zwar habe ich seit Jahren keine Waage mehr, aber so langsam habe ich das Gefühl, dass der Bauch etwas fester wird. Auch sitzen die Jeans nicht erst nach drei Tagen tragen lockerer, sondern auch schon wenn sie frisch gewaschen sind. So gestärkt habe ich mich dann vor die Kamera meiner Nichte getraut, da ich aktuelle Fotos benötigte. Das erste Bild in der Reihe war dann das hier.  Alles, was ich bei dem Anblick dachte, war: „man, was für ein Chassy!“ Ich bin in den letzten Jahren doch ziemlich auseinander gegangen. Immerhin ist die Rückseite schön fest und rund. Da hängt nichts. Aber trotzdem ein Anreiz mit der Diät weiter zu machen. 😉 Meine Nichte hat mir noch mehr Bilder geschickt, woraus ich mir die aussuchen sollte, die sie etwas bearbeiten will.  Auf dem hier habe ich mir meine Proportionen betrachtet. Bin ich nun ein O-Typ, oder mehr ein A-Typ von der Körperform her? Oder eine Mischung aus beidem mit zu kurzen Beinen? Andere Bilder habe mich etwas erschreckt.  Statt zu sehen, dass ich gerade Spaß habe, sehe ich die alte Haut, Falten und hässlich gewordene Zähne. Auch weiß ich, dass ich mir vorher eine Haartönung verpasst habe um die grauen Haare zu verstecken. Mist, ich ja schon 50! Wann bin ich so alt geworden?

Aber soll ich dir mal etwas sagen? Drauf gepfiffen! Ja, ich bin nun im reiferen Alter, aber gehöre nicht zum alten Eisen. Ja, ich habe gerade etliche Kilo zuviel auf den Rippen, bin aber trotzdem ziemlich fit. Ja, es gibt ein paar Dinge, die ich an meinem Aussehen optimieren kann. Mit dem Rest versuche ich mich anzufreunden, zu arrangieren. Und das geht am besten, wenn ich die Aufmerksamkeit auf die Dinge lenke, die mir gefallen. Was war das nochmal? Letzten Sonntag meinte eine junge Frau, mit der ich gemeinsam an einem Stand auf Bedienung wartete, zu mir, ich hätte wunderschöne Augen. Stimmt! Die gefallen mir auch. Wegen der unterschiedlichen Färbung. Schade, dass man die nicht sieht wenn ich entspannt genieße. Weil, dann gefalle ich mir am besten. Sogar mit ohne Photoshop! 

Bloggeburtstag und so….

Vor ein paar Tagen wurde ich daran erinnert, dass ich vor zwei Jahren meinen Blog gestartet habe. Na ja, von Seite einrichten bis zum ersten Beitrag hat es dann noch ein paar Tage gedauert. Bei manchen Sachen weiß ich immer noch  nicht genau wie ich das gemacht habe. Immerhin, mit den Grundfunktionen bin ich mittlerweile warm geworden. 🙂 Bei solchen Hinweisen jedoch fängt man an in Erinnerungen zu schwelgen. Wie war das beim Start? Was wollte ich erreichen? Was habe ich gelernt? Was ist in die Hose gegangen? Was hat mich überrascht?

Als ich mit dem Blog angefangen habe, wollte ich viel und reichlich über das schreiben, was mir Spaß macht. Und die Beiträge sollten mir auch einen Grund dafür geben, dass ich mehr von den spaßigen Sachen machen kann. Habe ich doch immer noch ein (anerzogenes) schlechtes Gewissen wenn ich etwas „nur“ für mich mache. Auch wollte ich heraus finden, wie ich mit meiner veränderten Lebenssituation umgehen kann, ohne einen Qualitätsverlust des Lebensgefühls zu verspüren. Ich wollte lernen und lehren. Anregungen für andere geben. Tipps und Ratschläge geben von Dingen, die ich getestet und als gut befunden habe. Ich sah mich vor meinem inneren Auge mit einem Körbchen, Kräuter sammelnd durch Wald und Wiesen schlendern, den Balkon in einen Gemüsegarten verwandeln und in jeder freien Minute stricken und nähen. Quasi die Superhausfrau, Kräuterhexe und Selbstversorgerin. Und natürlich Schriftstellerin, da ich darüber ja berichte. 😉

Der Blog hat mir geholfen (und hilft natürlich immer noch) herauszufinden wo die Grenzen sind. Also meine Grenzen. Oder noch genauer, meine derzeitigen Grenzen. Wildkräuter zum Beispiel. Da musste ich lernen, dass ich da alleine nicht viel weiter komme. Ich kann viele Kräuter weder erkennen, noch unterscheiden. Ohne einen Lehrer oder eine Schulung geht das alles sehr viel langsamer, als ich gehofft habe. Immerhin, etwas habe ich dazu gelernt. Ganz besonders, dass mir viele Sachen eben einfach nicht schmecken. Wie den Giersch.  Den kenne ich mittlerweile sehr gut. Im Salat war er mir aber dann zu bitter. Er schmeckt mir nur wenn er noch gaaaaanz jung ist. Dann schmeckt er süßlicher, leicht nach Petersilie. So jung ist er aber nur eine kurze Zeit im Jahr. Jetzt, im zeitigen Frühjahr. Aber dann wartet auch ganz viel andere Arbeit auf mich. Bissel Frühjahrsputz, das Auto war kaputt, der Balkon musste aufgeräumt werden…. Zum sammeln blieb da nicht viel Zeit. Mittlerweile ist er schon wieder fast zu groß. Ich habe mir also nur auf der Hunderunde hier und da etwas abgepflückt und in den Mund geschoben. Vitamine to go, oder so. Was ich wirklich gerne sammeln würde, wie Bärlauch, wächst hier nicht. Als nächstes fehlt mir hier für viele Dinge der Platz. Büschelweise Kräuter zum trocknen aufhängen ist in meiner Wohnung nicht möglich. Und wo soll ich das alles lagern? Apropos lagern, so würde ich gerne lernen Dinge einzukochen, zu konservieren. Selbst wenn es mir gelingen sollte kostengünstig an Einmachgläser und sogar einen Topf zum einkochen zu kommen, wo soll ich das alles hinstellen? In meinem (dank darin untergebrachter Gastherme) viel zu warmen Minikeller? Das, was man machen möchte, und das was gerade möglich ist, driftet leider hier und da sehr auseinander.

Wenn ich eine Alternative zu vorhandenen Dingen teste, dürfen sie nicht mehr kosten, als ich so schon ausgebe. Besser noch, ich will dabei sparen. Perfekt klappt das mit meinem selbst gemachten Waschmittel. Seit über einem Jahr mache ich mir das aus Kernseife und Soda selber. Da ich immer noch Weichspüler nutze, habe ich das Duftöl weggelassen. Mehr Duft braucht es wirklich nicht. Die Herstellung ist simpel, die Waschleistung ist gut und es kostet mich nur ein Bruchteil von der fertigen Variante im Supermarktregal. Versuch geglückt. Mit dem Allzweckreiniger waren die Erfahrungen nicht ganz so befriedigend. Ja, er ist einfach herzustellen, er reinigt und er ist günstig. Aber ich benötige mehr davon als von der gekauften Variante. Da ich mehr davon herstellen muss, ist es am Ende jedoch nicht günstiger. Und ich muss wirklich meistens kräftiger scheuern. Für eine vernünftige Alternative habe ich zwar eine Idee, aber diese noch nicht getestet. Ähnlich ging es mir bei der Herstellung eines Deos. Das war auch schnell gemacht. Und ich hatte ein tolles Duftöl gefunden. Und ja, auch nach schweißtreibenden Tätigkeiten habe ich damit nicht gestunken. Nur hat es ewig gedauert, bis das unter den Armen getrocknet ist. Nach der Achselrasur hat es auch die Haut gereizt. Und es klebte unangenehm. Bei alternativen Herstellungsarten kosten die Zutaten zu viel. Oder man kann diese nur in größeren Mengen kaufen. Unpraktisch wenn man es nur testen möchte. Überhaupt musste ich feststellen, dass „Bio“, oder „Umweltfreundlich“ und „Natürlich“ oft nur etwas für Menschen mit größerem Geldbeutel (als meinen) ist. Entweder sind die Zutaten sehr teuer, oder man benötigt bestimmte Utensilien zur Herstellung, oder eben Platz. Und immer braucht man Zeit. Sei es zur Herstellung, oder bei der Nutzung. Sich mit einem Duschgel einzuschmieren geht schneller als erst die Seife zum schäumen zu bringen. Und bis man es schafft mit einem Seifenshampoo die Haare einzuschäumen, braucht es noch länger. Und nicht vergessen anschließend noch die Rinse aus Essig und Wasser zu verwenden! Ob man es dann schafft, die Haare nach dem Waschen mit der Bürste zu entwirren, ist eine andere Frage. Da den richtigen Mittelweg zu finden, zwischen Kosten, Aufwand, Müllvermeidung, persönlichem Nutzen und den richtigen Inhaltsstoffen, ist eine echte Herausforderung!

Beim Nähen habe ich tatsächlich Fortschritte gemacht. Der Ansporn durch die #365tageohne Challenge hat dabei sehr geholfen. Das Jahr ist fast vorbei. Darüber werde ich an anderer Stelle berichten. Natürlich habe ich auch da nicht alles geschafft was ich mir vorgenommen habe, aber ich habe viel gelernt. Manchmal gab es auch ein Störfeuer aus unerwarteter Richtung. So hatte ich tatsächlich gleich drei Freikarten für die Creativa in Dortmund gewonnen (Noch einmal Danke an Makerist und Molly Makes!) und natürlich einen ausführlichen Beitrag geplant.  Aber einen Tag vor dem geplanten Messebesuch mit Nichte und deren Freundin (die bekamen die überzähligen Karten) bekam ich plötzlich Fieber und Schüttelfrost. Selbst der Stoffmarktbesuch ein paar Tage später ist ausgefallen. Dann halt nächstes Jahr zur Messe. Und der Stoffmarkt kommt im August wieder in Reichweite. Die Enttäuschung war zwar groß, aber davon geht die Welt nicht unter. Viel enttäuschender ist da die Einsicht, dass ich aus meinem Balkon keinen Gemüsegarten zaubern kann.  Auch das war ein Lernprozess von was geht und was geht nicht. Und das ist auch ein Thema, was ich noch ausführlicher behandeln werde.

Zwei Jahre gibt es nun den Anders ist auch gut-Blog. Ich habe viel ausprobiert und einiges dazu gelernt. Ich habe Sicherheit gewonnen. Neue, liebe und interessante Menschen sind in mein Leben getreten. Ich bin begeistert darüber, aus wie vielen verschiedenen Ländern die Besucher auf meinem Blog sind. Ich bin überrascht, dass der Beitrag über „Waschmaschine reinigen“ so oft aufgerufen wird. Meine einfachen Rezepte schmecken tatsächlich nicht nur mir. Ich bin gewachsen. Ich habe mich selber besser kennen gelernt. Und ich will mehr! Du „musst“ mich also, solltest du bis hier gelesen haben, noch eine Weile ertragen 😉 😀